Geschichte der L-Bank
Nach dem ersten Weltkrieg herrschte allgemeine Wohnungsnot, der soziale Wohnungsbau wurde zur Schwerpunktaufgabe des öffentlichen Auftrags.
In diesem Zusammenhang wurden nach 1922 die Württembergische und im Jahr 1934 die Badische Landeskreditanstalt, die aus den Badischen Wohnungsfürsorgekassen hervorging, gegründet. Wohnungsbauförderung blieb auch in den folgenden Jahrzehnten die zentrale Aufgabe der beiden Institute. Insoweit ist die Geschichte der beiden Häuser in den frühen Jahren weitgehend eine Geschichte des Wohnungsbaus und der Wohnungsbauförderung.
1922
Eugen Bolz, Innen- und Finanzminister des Landes Württembergs, will die Wohnungsnot lindern, die nach dem Ende des ersten Weltkrieges enorme Ausmaße angenommen hatte. Er treibt die Gründung der Württembergischen Wohnungskreditanstalt voran.
1. April 1924
Die Württembergische Wohnungskreditanstalt wird als rechtsfähige gemeinnützige Anstalt des öffentlichen Rechts gegründet, welche ab 1927 auch eigene Pfandbriefe und Schuldverschreibungen ausgeben kann.
Um 1930 (1929/1932)
Trotz der Wirtschaftskrise zu Beginn der 30er Jahre, die eine starke Einschränkung des Wohnungsbaus zur Folge hatte, erweitert sich der Aufgabenbereich der Württembergischen Wohnungskreditanstalt.
1932
Die Württembergische Wohnungskreditanstalt wird in Württembergische Landeskreditanstalt (Lakra) umbenannt.
1934
Die badische Landesregierung fasst ihre Wohnungsfürsorgekassen zur Badischen Landesfürsorgeanstalt zusammen, die bereits ein Jahr später in Badische Landeskreditanstalt (BLK) für Wohnungsbau umbenannt wird.
1936/37
Die Württembergische Lakra bezieht ihr neues Dienstgebäude in der Schellingstraße 15 in Stuttgart, in welchem sie bis zur Errichtung des Neubaus in den 90ern bleibt.
1944/45
Bei Fliegerangriffen im 2. Weltkrieg werden die Gebäude und die Akten sowohl der Badischen als auch der Württembergischen Kreditanstalt stark beschädigt.
Die BLK zieht vorläufig aufs Land (Bretten, Bondorf) und auch nach Kriegsende arbeitet man in der BLK noch lange Jahre in Behelfsunterkünften: Erst 1957 wird das Dienstgebäude am Schlossplatz in Karlsruhe fertiggestellt.
Die Unterstützung des Wiederaufbaus und der Wohnraumbeschaffung sind in den Folgejahren Schwerpunktaufgaben der beiden Förderinstitute.
1947
Mit der Verabschiedung des Gesetzes 326 durch den württemberg-badischen Landtag schafft dieser die gesetzliche Grundlage zur Förderung des Wiederaufbaus und des Wohnraums. Seit der Durchführungsverordnung von 1948 ist die Württembergische Lakra Durchführungs- und Bewilligungsbehörde.
Um 1950
In diesem Zeitraum nimmt der Wohnungsbau wieder stark zu. Das liegt vor allem an den zahlreichen gesetzgeberischen Maßnahmen, welche zu dieser Zeit einsetzen. Die entscheidenden Impulse geben hierbei zum Beispiel das Wohnungseigentumsgesetz von 1951 oder das Baulandsbeschaffungsgesetz von 1953, welches besonders wichtig für den Wiederaufbau zerstörter Städte ist.
25. April 1952
Die Länder Württemberg-Baden, Baden und Württemberg-Hohenzollern schließen sich zum Land Baden-Württemberg zusammen.
1957
Die Badische Landeskreditanstalt bezieht den Neubau am Schlossplatz 12 in Karlsruhe.
Um 1960
Langsam setzen sich rationellere Bauweisen wie Reihenhaus- und Hochhausbau durch, die Kostensteigerungen auffangen sollen.
Die Bank bildet neue Schwerpunktprogramme aus, die insbesondere einkommensschwache Familien sowie kinderreiche, junge Ehepaare und Zuwanderer aus der DDR unterstützen sollten.
1972
Obwohl das Land Baden-Württemberg schon 1952 gegründet wurde, schließen sich die beiden Förderbanken erst 1972 zusammen: Die Landeskreditbank Baden-Württemberg mit Hauptsitz in Karlsruhe geht aus der Fusion hervor. Durch sie verfügt Baden-Württemberg als erstes Bundesland über ein für alle Förderbereiche zuständiges Förderinstitut.
1973
Die Landeskreditbank übernimmt im Auftrag des Wirtschaftsministeriums zusätzlich die Wirtschaftsförderung. Ihre Schwerpunkte liegen dabei vor allem bei der Förderung mittelständischer Unternehmen, Existenzgründungen und neuer Technologien. In den Folgejahren kommen ständig neue Förderbereiche dazu.
1977
Zu diesem Zeitpunkt fördert die Landeskreditbank jede dritte in Baden-Württemberg fertiggestellte Wohnung.
Außerdem beginnt die Bank mit den ersten Maßnahmen zur Familienförderung wie zum Beispiel den Familiendarlehen (Hausrats- und Geburtsdarlehen) und dem Familiengeld.
1979
Die ersten Hochschulabsolventen beginnen ein Traineeprogramm bei der Bank. Zusätzlich bietet die Bank nun auch erstmals Praktikantenplätze an.
Nach einem verheerenden Brand im Februar dieses Jahres befindet sich das Schloss Maurach am Ufer des Bodensees in einem desolaten Zustand. Die Bank erwirbt das Erbbaurecht und lässt das Schloss von 1985 bis 1992 durch den Karlsruher Architekten Heinz Mohl baulich modernisieren und erweitern. Seitdem werden die Räumlichkeiten für Tagungen und Weiterbildungsveranstaltungen vermietet.
1982
Die Landeskreditbank bezieht den Neubau am Schlossplatz 10 in Karlsruhe.
1983
Die Bank errichtet Pilotprojekte in Baden-Württemberg: die Technologiefabrik Karlsruhe und das Technologiezentrum in Stuttgart-Pfaffenwald.
1986
Das Bundeserziehungsgeld wird eingeführt; außerdem wird das Familiengeld des Landes in das Landeserziehungsgeld übergeleitet. Das Land beauftragt die Landeskreditbank mit der Bewilligung.
1990
Die Bank gründet die L-Bank-Musikstiftung. Bereits 1984 hatte sie mit dem Ankauf alter Musikinstrumente begonnen und die Sammlung wuchs bis heute auf die stattliche Zahl von 22 Instrumenten. Zweck der Stiftung ist die Förderung der musischen Künste, welches vor allem durch die Vergabe von Stipendien und Preisen an begabte Künstler geschieht, aber auch durch den Verleih von Instrumenten an herausragende Talente.
In diesem Jahr erhält die Landeskreditbank Baden-Württemberg ihr neues Logo, welches von Hubertus Carl Frey entworfen wurde und seit 1999 in der neuen Hausfarbe „Pantone 248“ und der Unterzeile „Staatsbank für Baden-Württemberg“ jeden Briefkopf der Bank ziert.
1990 erwirbt die Landeskreditbank das Staatsweingut Karlsruhe-Durlach mit dem Ziel den Fortbestand der Einrichtung und die typische Weinberglandschaft zu sichern. Die traditionsreiche Anlage wurde unter Denkmalschutzgesichtspunkten umfassend renoviert und liefert heute erstklassige Weine.
1991
Die Bewältigung neuer Förderaufgaben und -programme sowie der 1988 gegründete Marktteil erfordern eine ständig wachsende Zahl an Mitarbeitern. Innerhalb von 20 Jahren hat sich ihre Zahl fast verdoppelt: von 789 auf 1.290. Auch rein räumlich muss die Bank expandieren: 1991 finden die Richtfeste der neuen Bankgebäude in Karlsruhe am 14. Juni und in Stuttgart am 6. Dezember statt.
Nach dem Fall der Mauer und der Wiedervereinigung ist die Landeskreditbank Baden Württemberg die erste Bank, die mit der Gründung der Sächsischen Aufbaubank als rechtlich unselbständiger Zweiganstalt entscheidende Aufbauhilfe leistet. Sie führt nach der Vereinbarung mit dem Freistaat Sachsen die öffentlichen Förderprogramme auf den Gebieten Wirtschafts-, Wohnungsbau- und Landwirtschaftsförderung durch.
1992
Es entsteht die Wilhelm-Loth-Stiftung als unselbständige Stiftung in Trägerschaft der L-Bank. Die Geschäftsführung der Stiftung, welche der Künstler noch selbst ins Leben gerufen hat, liegt bei der L-Bank. Die zahlreichen Bronzen, Gipse, Zeichnungen und Aquarelle, die der Bildhauer der Stiftung vermachte, bilden heute den Grundstock für Ausstellungen, Leihgaben und der Verbreitung des Werkes in Publikationen.
1993
An historischer Stelle, im Herzen Stuttgarts, errichtet die L-Bank einen großen Neubau, den Friedrichsbau. In die Planung wird das Projekt eines neuen Varietétheaters einbezogen. Die Bank bietet somit dem Friedrichsbau Varieté ein neues Forum.
1994
Es beginnen die Planungen für den Technologiepark Karlsruhe, welcher von der L-Bank ins Leben gerufen wird. Seit 1996 wurden dort neun Bürogebäude auf einem Gebiet mit 30 Hektar Größe erbaut, in denen inzwischen rund 72 Unternehmen mit ca. 3.000 Mitarbeitern angesiedelt sind.
1995
Ende 1995 gehen die Förderaufgaben in Sachsen und der Geschäftsbetrieb der Sächsischen Aufbaubank Zweiganstalt auf die SAB GmbH über, an der die L-Bank 49% der Anteile hält.
1996
Die Bank ist nun auch verstärkt im Bereich der Umweltförderung tätig, vor allem im Bereich der erneuerbaren Energien.
seit dem 1.12.1998
Die Bank ist jetzt wieder eine reine Förderbank, nachdem der 1988 gegründete Marktteil in die Landesbank Baden-Württemberg eingeht.
2001
Seit Anfang dieses Jahres ist die Sächsische Aufbaubank eine 100-prozentige Tochter der Sachsen LB und geht Ende 2002 komplett in den Besitz des Freistaats Sachsen über.
2006
Am 9. Oktober legen Baden-Württembergs Finanzminister Gerhard Stratthaus und Christian Brand, der Vorsitzende des Vorstands der L-Bank, den Grundstein für ein neues Gebäude der L-Bank am Schlossplatz 21, welches 2008 fertiggestellt wurde.
2007
Am 05.12.2006 wird das Gesetz zum Elterngeld und zur Elternzeit (BEEG) verabschiedet. Das Elterngeld wird ab dem 1. Januar 2007 anstatt des bisherigen Bundeserziehungsgeldes gezahlt. Dabei übernimmt in Baden-Württemberg die L-Bank die Festsetzung und Auszahlung des Elterngeldes.

