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Der Newsletter der L-Bank

Inhalt

  1. Eigenkapital für den Mittelstand
  2. Wir suchen die Besten.
  3. Von der Forschergruppe zum forschenden Unternehmen: die Cellca GmbH
  4. Damit aus einer großen Leidenschaft eine kleine Firma wird
  5. Die Welt - aus Sicht von Kindern

Eigenkapital für den Mittelstand

Dank seiner weitsichtigen und mutigen Investitionspolitik zeigt der Mittelstand in Baden-Württemberg aktuell eine starke Verfassung. Um diesen erfolgreichen Weg fortzusetzen, müssen die Unternehmen auch in Zukunft in Innovationen und Wachstum investieren. Vor allem dann, wenn sie die internationalen Marktchancen nutzen wollen. Die Betriebe haben dafür seit 2010 in erheblichem Umfang liquide Mittel angesammelt. Dieses Innenfinanzierungspotenzial reicht aber häufig nicht aus, um die notwendigen Investitionen so rasch umzusetzen, wie es angesichts der Dynamik der Märkte und des Wettbewerbsnotwendig ist. Auch die Finanzierung durch Fremdkapital wird in den nächsten Monaten nicht leichter werden. Denn die Volatilität der Märkte nimmt eher zu und verabschiedete Regulierungen des Bankensektors führen zu höheren Anforderungen an die Bonität und zu einerselektiveren Kreditvergabe. Deshalb prüfen immer mehr Mittelständler die Möglichkeiten, Eigenkapital von Beteiligungsgesellschaften aufzunehmen, um sich dadurch den notwendigen finanziellen Handlungsspielraum zu erhalten.

Mezzanine-Finanzierung oder direkte Beteiligung?

Externes Eigenkapital gibt es über zwei Wege: als wirtschaftliches Eigenkapital durch eine Mezzanine-Finanzierung oder als echtes Eigenkapital über eine direkte Beteiligung.

Mezzanine-Kapital wird als Nachrangdarlehen, stille Gesellschaft, Genussrecht oder Wandeldarlehen ausgereicht. Die grundlegenden Merkmale sind: Es ist nachrangig gegenüber anderen Gläubigern im Falle der Insolvenz, aber vorrangig gegenüber echtem Eigenkapital. Es steht den Unternehmen längerfristig, das heißt mindestens fünf Jahre zur Verfügung. Zinsen sind bei entsprechender Gestaltung handels- und steuerrechtlicher Betriebsaufwand, und das Kapital wird ohne Inanspruchnahme der im Unternehmen verfügbaren Sicherheiten ausgereicht. Die Vorteile einer Mezzanine- Finanzierung liegen auf der Hand: Die Haftungsmasse des Unternehmens aus Sicht der Banken wird vergrößert, das Rating verbessert sich, zusätzlicher Fremdfinanzierungsspielraum entsteht. Da der Mezzanine-Geber keine rechtliche Gesellschafterstellung erhält, bleiben die Gesellschafter des Unternehmens unter sich. In der Summe trägt Mezzanine-Kapital ein deutlich höheres Risiko als der klassische Bankkredit, das schlägt sich in den Konditionen nieder. Angesichts der Vorteile und der Funktion von Mezzanine-Kapital ist ein Vergleich mit den Konditionen eines Bankkredits aber irreführend. Als ergänzender Finanzierungsbaustein ist es keine Konkurrenz zur klassischen Kreditfinanzierung.

Auch die Aufnahme eines neuen Investors ermöglicht es Unternehmen, die Eigenkapitalbasis zu stärken. Ein strategischer Investor strebt in der Regel die Mehrheit am Unternehmen an und zielt langfristig auf eine Komplettübernahme ab. Finanzinvestoren hingegen stellen Eigenkapital als Minderheits- oder Mehrheitsbeteiligung zeitlich befristet zur Verfügung. Ihre Rendite ergibt sich zu einem geringen Teil aus Entnahmen bzw. Ausschüttungen während der Laufzeit. Überwiegend resultiert sie aus der Wertsteigerung des Unternehmens, die am Ende der Beteiligungszeit durch einen Verkauf entweder an den Unternehmer oder an Dritte realisiert wird.

Die Öffnung des Gesellschafterkreises für neue Investoren ist vor allem für traditionsreiche Mittelständler ein bedeutender Schritt. Die Praxis zeigt aber, dass auch etablierte Unternehmer vom Know how, von den Netzwerken und den konzeptionellen Beiträgen professioneller Beteiligungsgesellschaften profitieren.

Die Qual der Wahl: der richtige Eigenkapitalpartner

Gerade etablierte Mittelständler tun sich mit der Aufnahme von Beteiligungskapital schwer. Oft dominiert die Sorge vor dem Verlust der unternehmerischen Unabhängigkeit und der Gestaltungsfreiheit. Die Unternehmer befürchten, dass am Ende der Beteiligungszeit eines Finanzinvestors dessen Anteile nicht mehr zurückgekauft werden können oder, schlimmer noch, dass ihnen der Betrieb als Ganzes aus den Händen genommen wird. Die Wahl des richtigen Beteiligungspartners ist daher entscheidend. In Baden- Württemberg stehen mit der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft (MBG) und dem L-EA Mittelstandsfonds zwei Anbieter von Beteiligungskapital bereit, die sich die Fortentwicklung mittelständischen Unternehmertums auf die Fahne geschrieben haben. Für beide sind Verlässlichkeit, Fair Play und Verantwortungsbewusstsein zentrale Grund lagen ihrer Partnerschaft mit den Unternehmern. Gestärkt durch Eigenkapital solcher Partner kann sich der Mittelstand auf das konzentrieren, was er auch in Vergangenheit höchst erfolgreich getan hat: das wirtschaftliche Wachstum im Land gestalten.

Christian Brand, Vorsitzender des Vorstands der L-Bank


Wir suchen die Besten.

Wenn ein Standort über lange Zeit eine wirtschaftliche Spitzenposition behauptet, dann spielen die Rahmenbedingungen zwar eine wichtige Rolle, aber ohne die eigentlichen Macher können sie nichts bewirken. Der Erfolg hängt also maßgeblich von entwicklungsfähigen Betrieben ab, von Unternehmern, die Tendenzen des Wettbewerbs frühzeitig erkennen und aufgreifen. Ein innovationsstarkes und kreatives wirtschaftliches Umfeld entsteht durch die richtige Mischung von Firmen. In Baden-Württemberg gehören dazu ebenso die traditionsreichen Mittelständler wie viele junge Unternehmer, die für ihre Ideen das Wagnis Selbstständigkeit eingehen. Deren Engagement braucht Anerkennung; sie sind Vorbilder für alle, die noch den Schritt von der Idee zur eigenen Firma gehen müssen. Alle zwei Jahre zeichnet der Baden-Württembergische Landespreis für junge Unternehmen Existenzgründer aus, die diesen beispielhaften Unternehmergeist zeigen. 2012 ist es wieder so weit, im Februar startet die Ausschreibung.

Unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Winfried Kretschmann werden Unternehmen, die bis zu zehn Jahre alt sind, zur Teilnahme aufgefordert. Weder bei der Branche noch der Unternehmensgröße gibt es Einschränkungen. Neu ausgerichtet wurde der Zusatzpreis, der jetzt ausdrücklich Kleinst unternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern anspricht. Kriterien bei der Beurteilung der Unternehmen sind: die Persönlichkeit, Vorbildfunktion und soziale Kompetenz der Unternehmer, das Unternehmenskonzept, die unternehmerische Leistung, der wirtschaftliche Erfolg und nachhaltiges Wirtschaften.

Nach der Vorauswahl unter den Bewerbungen präsentieren die engeren Kandidaten ihr Konzept im Juni und Juli in zwei Runden vor einer Jury. Der Aufwand lohnt, denn auf die Preis - träger wartet ein Preisgeld von insgesamt 100.000 Euro. Die Top-10-Unternehmer 2012 werden am 8. November bei einem Festakt im Stuttgarter Neuen Schloss vom Ministerpräsidenten des Landes Baden-Württemberg und von dem Vorsitzenden des Vorstands der L-Bank ausgezeichnet.

Mehr Informationen unter www.landespreis-bw.de - ab Februar mit den Bewerbungsunterlagen zum Download


Von der Forschergruppe zum forschenden Unternehmen: die Cellca GmbH

Zellbiologie, Molekularbiologie, Nährmedien- und Prozesstechnologie: Erfolg in der Biotechnologie fordert fundiertes Wissen in unterschiedlichen Fachgebieten. Bei der Cellca GmbH werden diese Fachthemen jeweils von ausgewiesenen Experten betreut. Unter der Leitung von Hugo de Wit und Dr. Aziz Cayli erzielt das Unternehmen heute mit 15 Mitarbeitern etwa zwei Millionen Euro Umsatz. Cayli ist als Gründer die treibende Kraft und der Ideengeber, de Wit, der 2010 als Chief Business Officer einstieg, stärkt den betriebswirtschaftlichen Teil.

Cellca produziert Proteine. Proteine, Proteinvarianten und ihre Einsatzgebiete sind in fast unendlicher Vielfalt vorstellbar. Gentechnologisch hergestelltes Protein wird bei rheumatischen Erkrankungen eingesetzt, in der gezielten Krebstherapie oder bei Impfstoffen.

Auftraggeber sind Pharmaunternehmen. Wenn in ihren theoretischen Forschungen das Wirkpotenzial eines Proteins erkennbar wird, folgt in der nächsten Phase die praktische Prüfung. Bereits für die ersten Versuchsreihen müssen dann die Proteine in der Qualität zur Verfügung stehen, die das fertige Medikament erfordert. Aus der Vielzahl an anfänglichen Wirkstoffideen werden am Ende nur ein oder zwei Promille zu Medikamenten, die auf den Markt kommen. Trotzdem muss bei jeder Versuchsreihe die zugrunde liegende Proteinproduktion für 20 Jahre sichergestellt sein. Unabhängig davon, ob der Wirkstoff nach der klinischen Erprobung in ein marktfähiges Medikament ein geht oder nicht, die Vorleistungen, die Cellca für die Pharmaunternehmen erbringt, bleiben gleich.

Seit der Gründung 2005 wurde Schritt für Schritt der Weg von der Grundlagenarbeit zum verkaufsfertigen Produkt zurückgelegt. Heute liefert Cellca der pharmazeutischen Industrie die gewünschte Zelle mit Gebrauchsanleitung für die Herstellung im großen Maßstab. Eine Schwierigkeit liegt darin, dass Zellen als lebendes Material stark von Rahmenbedingungen abhängen. Cellca garantiert, dass das Zielprotein über Jahre in identischer Qualität hergestellt werden kann. Denn auch das Medikament muss über seinen gesamten Lebenszyklus konstante Qualität aufweisen.

Erfolgsfaktoren sind eine kostengünstige Produktion, Schnelligkeit, ein qualitativ sicherer Produktionsprozess und die Rechtefreiheit. Gerade was die kurzen Produktionszeiten betrifft, kann Cellca Punkte sammeln. Bereits bei der Gründung des Unternehmens wurden in der Forschung die Rahmenbedingungen von Großanlagen in die Überlegungen einbezogen. Man machte sich zunächst Gedanken, welche Bedingungen für die Zellen in Großanlagen optimal sind, und hat die Laborbedingungen entsprechend konfiguriert. Dadurch kann man heute schneller liefern als andere Anbieter.

Forscher, die unterschiedliche Fachgebiete abdecken, sind das wissenschaftliche Fundament Cellcas. Eine weitere Grundlage der Unternehmensgründung war die solide Finanzierung. Auch hier gab es ein gutes Zusammenspiel kompetenter Partner: die im Biotechnologiebereich tätige renommierte Rentschler-Gruppe und die Kreissparkasse Biberach. Mit ihrem Garantiefonds ist auch die L-Bank bereits seit der Erstrundenfinanzierung mit im Boot. Die Hälfte der Direktbeteiligung des Chancenkapitalfonds der Kreissparkasse Biberach GmbH ist über die L-Bank abgesichert.

Mehr Informationen unter www.cellca.de und www.l-bank.de/unternehmen


Damit aus einer großen Leidenschaft eine kleine Firma wird

Auf zusätzliche Impulse für die baden-württembergische Innovations- und Gründertradition setzt die Landesregierung mit einer Gründungsoffensive. Mit ihr soll der Weg zur Arbeit der Zukunft beschritten werden. Lust auf die eigene Firma wird am 2. und 3. März 2012 die Auftaktveranstaltung machen: Gründerzeit Baden-Württemberg – 12 bis 12 im Haus der Wirtschaft, Stuttgart.

Von Freitag, zwölf Uhr bis Samstag, zwölf Uhr – für 24 Stunden heißt es: Wir leben Gründung wie ein Existenzgründer. Wie ein junger Unternehmer, der zu jeder Stunde für seinen Betrieb da ist, beschäftigen wir uns rund um die Uhr nur mit Gründungsfragen. Gründung erleben lautet das Motto. Denn hinter einem Unternehmen steht immer mehr als das betriebswirtschaftliche Kalkül – nämlich die Leidenschaft für die Sache und die Fähigkeit, andere zu begeistern. Die Chance einer Gründung zu ergreifen, bedeutet, beides zu verbinden: das Marktpotenzial von Ideen zu verwirklichen und die Freude daran, diese eigenverantwortlich zu gestalten.

Das Motto Gründung erleben steht auch für weniger Theorie und mehr praktische Erfahrung. Wie kann man Investoren in fünf Minuten überzeugen? Ausprobieren – mit dem eigenen Konzept im Elevator-Pitch. Womit muss ich mich beim Aufbau der eigenen Firma unbedingt auseinandersetzen? Gründer berichten, wie sie auf ihre Idee zur Existenzgründung gestoßen sind, welche Hürden sie überwinden mussten und wer wann hilfreich ihr Projekt begleitet hat. Denn auch für das beste Vorhaben gilt: Ohne Unterstützung kommt man nicht zum Ziel – die große Chance einer kleinen Firma.


Die Welt - aus Sicht von Kindern

Seit 2009 schreibt die L-Bank den Wettbewerb Zauberhaft aus, der sich an Kinder unter zwölf Jahren an baden-württembergischen Förderschulen richtet. Unter dem Motto Gestaltet die Welt, wie sie euch gefällt! haben dieses Jahr 33 Klassen und Gruppen Geschichten oder Kunstwerke eingereicht.

Auf die Plätze 1 bis 3 kamen die Teilnehmer der Schöner-Graben-Schule aus Ellwangen, der Heinrich-Harpprecht- Schule aus Holzgerlingen und der Kraichertschule aus Sachsenheim. Das Panorama zeigt die ganze Phantasie und Kreativität der Kinder: ein verzauberter Wald, der Entwurf einer Wunschstadt und ein Leporello mit zauberhaften Wunschgeschichten. „Ich bin begeistert vom Erfindungsreichtum der Kinder“, sagte Jury-Mitglied Susanne Aulbach-Laugwitz, Direktorin des Kulturamts Stuttgart, zu den Arbeiten der Preis träger.

Die Kinder waren dieses Jahr insbesondere aufgefordert worden, eine Geschichte zu erzählen. Das Ergebnis waren viele farbenprächtig bebilderte Texte.

Die Preisverleihung fand am 7. Dezember 2011 im Stuttgarter Friedrichsbau-Varieté statt. Nach der Auszeichnung der Preisträger durften sich die 400 Schüler, die am Wettbewerb teil genommen hatten, über die Sondervorstellung des Kindervarietés Zimt & Zauber freuen.

Mehr Informationen unter www.l-bank.de/zauberhaft


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