Wachstumsfinanzierung

  • Förderung von Erweiterungen, Modernisierungen, Übernahmen
  • Finanzierung von Investitionskosten, Warenlager und Betriebsmittelbedarf
  • Förderdarlehen mit verbilligten Sollzinsen

Etablierte kleine und mittlere Unternehmen erhalten Förderdarlehen mit verbilligten Zinsen. Sie können damit alle Arten von Investitionen in Baden-Württemberg finanzieren.

Wer wird gefördert?

  • Unternehmen, die seit mindestens 5 Jahren am Markt tätig sind (bis 30.11.2014: seit 3 Jahren)
  • Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft und Angehörige der Freien Berufe
  • Kleine und mittlere Unternehmen im Sinne der EU-Definition ( KMU-Kriterium )
  • Unternehmen, die sich mehrheitlich in Privatbesitz befinden
  • Der Sitz des Unternehmens spielt keine Rolle. Auch ausländische Investoren können gefördert werden. Entscheidend ist, dass das Unternehmen in Baden-Württemberg investiert.

Was wird gefördert?

Die L-Bank fördert alle typischen Investitionsvorhaben im Mittelstand.

Förderfähige Vorhaben
  • Erweiterungen (auch Standortverlagerungen)
  • Modernisierung
  • Rationalisierung
  • Umstellung der Produktionsverfahren und Produktpalette
  • Kauf von Unternehmen
Förderfähige Kosten
  • Betriebsgrundstücke und -gebäude
  • Baukosten
  • Maschinen, Anlagen, Einrichtungen
  • Betriebsfahrzeuge
  • Warenlager
  • Betriebsmittel
  • Übernahmepreis für das Unternehmen oder für Unternehmensanteile
Investitionsort

Die Unternehmen müssen in Baden-Württemberg investieren. Sie können aber ihren Unternehmenssitz außerhalb der Landesgrenzen, auch im Ausland, haben.

Wie wird gefördert?

Art der Finanzierung

Die Unternehmen erhalten über ihre Hausbank ein langfristiges Förderdarlehen zu verbilligten Zinssätzen.

Finanzierungsanteil
  • Bis zu 100 % der förderfähigen Kosten
Bruttodarlehensbetrag
  • Mindestbetrag: 10.000 Euro
  • Höchstbetrag: in der Regel 5 Mio. Euro
Laufzeitvarianten
Laufzeiten
Laufzeit (in Jahren)
tilgungsfreie Anlaufjahre
Sollzinsbindung (in Jahren)
5
0 oder 1
5
8
0, 1 oder 2
8
10
0, 1 oder 2
10
15
0, 1 oder 2
10
20
0, 1, 2 oder 3
10

Betriebsmittelbedarf und Warenlager können nur in den 5-jährigen Laufzeitvarianten gefördert werden.

Auszahlungssatz
  • 100 %
Sollzinssätze
  • Das Land verbilligt alle Darlehen der Wachstumsfinanzierung zusätzlich.
  • Diese Zinsverbilligung gilt für die gesamte Laufzeit, außer bei 15- und 20-jährigen Darlehen. Hier gilt sie nur für die ersten 10 Jahre.
  • Der Sollzinssatz ist in der Regel für die gesamte Laufzeit gebunden, maximal aber für den Zeitraum der Zinsverbilligung.
  • Es gilt das flexibilisierte risikogerechte Zinssystem (RGZS).
  • Zinstermine: vierteljährlich zum Quartalsende
Bereitstellungsprovision
  • Keine Bereitstellungszinsen für ein Jahr ab der Darlehenszusage der L-Bank
  • 0,25 % pro Monat auf Darlehensbeträge, die ein Jahr nach der Darlehenszusage der L-Bank noch nicht abgerufen sind.
Tilgung
  • Nach Ablauf der tilgungsfreien Jahre vierteljährlich in gleich hohen Raten zum Quartalsende
Sicherheiten

Unternehmen und Hausbank vereinbaren eine bankübliche Besicherung. In der Regel übernimmt die Hausbank gegenüber der L-Bank die volle Haftung dafür, dass das Darlehen zurückgezahlt wird.

Reichen der Hausbank die Sicherheiten für eine bankübliche Besicherung nicht aus, ist eine Risikoübernahme (öffentliche Bürgschaft) durch die Bürgschaftsbank oder die L-Bank möglich. Die L-Bank ist für Bürgschaftsbeträge über 1,25 Mio. Euro zuständig.

Für die Wachstumsfinanzierung bietet die Bürgschaftsbank eine standardisierte Kombi-Bürgschaft 50 an. Die Bürgschaftsprovision der Kombi-Bürgschaft 50 ist fix und richtet sich nach der RGZS-Preisklasse des Darlehens. Außerdem ist die Bearbeitung der Förderanträge für Darlehen und Bürgschaft aufeinander abgestimmt. Die Kombi-Variante aus Darlehen und Bürgschaft heißt Wachstumsfinanzierung 50.

Kombination mit anderen Förderprogrammen

Die Wachstumsfinanzierung kann mit anderen Förderprogrammen kombiniert werden. Eine Kombination mit anderen Fördermitteln, die aus dem Landeshaushalt stammen, ist für die gleichen förderfähigen Kosten ausgeschlossen. Außerdem müssen die Einschränkungen des EU-Beihilferechts beachtet werden (siehe Merkblatt).

EU-Beihilferecht

Darlehen der Wachstumsfinanzierung können Beihilfen im Sinne der EU darstellen. Ob ein Förderdarlehen aktuell eine Beihilfe ist, können Sie mit dem EU-Beihilfewertrechner der L-Bank feststellen. Wird dort ein positiver Beihilfewert ausgewiesen, enthält das Darlehen eine Beihilfe und muss die jeweiligen beihilferechtlichen Anforderungen der EU erfüllen.

Darlehen mit einem positiven Beihilfewert werden ab 01.01.2015 entweder auf Basis der Allgemeinen Gruppenfreistellungsverordnung (AGVO) der EU (VO(EU) Nr. 651/2014) oder auf Basis der De-minimis-Verordnung (VO(EU) Nr. 1407/2013) vergeben. Welche Investitionsvorhaben und Kosten auf welcher beihilferechtlichen Grundlage gefördert werden, entnehmen Sie bitte der Ziffer 6 des Programmmerkblatts.

Antragstellung

Hausbankenverfahren

Die Unternehmen stellen den Förderantrag bei ihrer Hausbank. Sie leitet den Antrag, eventuell über ihr Zentralinstitut, weiter an die L-Bank.

Antragsformulare

Bitte verwenden Sie für Anträge in der Wachstumsfinanzierung nur das Antragsformular der KfW in der L-Bank-Version. Bitte verwenden Sie diese Version ausschließlich für Anträge in der Wachstumsfinanzierung bei der L-Bank, nicht für Programme der KfW.

Die Antragsformulare sind bei vielen Hausbanken in deren IT-System elektronisch hinterlegt. Oder die Hausbanken haben die Vordrucke vorrätig. Sie können das Formular auch hier als PDF-Datei herunterladen, am PC ausfüllen, abspeichern und ausdrucken.

Für einen vollständigen Antrag benötigen Sie folgende Formulare:

  • Antragsformular (L-Bank-Version des KfW-Antrags)
  • De-Minimis-Erklärung (L-Bank-Vordruck Nr. 1332), falls zum Beispiel Modernisierungen, reine Ersatzinvestitionen, Warenlager oder Betriebsmittel finanziert werden. Weitere de-minimis-relevante Investitionsvorhaben finden Sie in Ziffer 6 des Programmmerkblatts.

Weitere Anlagen des KfW-Antrags sind für Anträge der Wachstumsfinanzierung nicht relevant.

Nur bei Unternehmensverflechtungen mit Beteiligungsquoten ab 25 % benötigen Sie außerdem:

  • Berechnungsbogen des KMU-Infoblatts
Antragsfrist

Das Unternehmen muss den Förderantrag auf dem Formular der L-Bank vor Vorhabensbeginn bei der Hausbank stellen und unterschreiben. Erst danach kann das Unternehmen Aufträge vergeben und Verträge abschließen.

Andere Fristen gibt es nicht. Sie können das ganze Jahr über Anträge stellen.

Unternehmen und Hausbank können zunächst auch ein verkürztes Antragsformular, den Beihilfeantrag für das Fördergeschäft (L-Bank-Vordruck-Nr. 9087), vollständig ausfüllen und gemeinsam unterschreiben. Auch dies gilt als Antragstellung im Sinne des EU-Beihilferechts, so dass das Unternehmen danach mit dem Vorhaben beginnen kann. Der Beihilfeantrag verbleibt bei der Hausbank. Er ersetzt das formlos dokumentierte Finanzierungsgespräch bei der Hausbank, das bis Ende 2014 ebenfalls als Antragstellung anerkannt werden konnte.

Antragsweg
  • Wachstumsfinanzierung

Richten Sie bitte alle Anträge auf Wachstumsfinanzierung ausschließlich an die L-Bank. Stellen Sie den Antrag bei Ihrer Hausbank, die ihn dann an die L-Bank weiterleitet.

Wenn Sie zusammen mit dem Darlehen der Wachstumsfinanzierung eine Kombi-Bürgschaft 50 der Bürgschaftsbank beantragen, gilt derselbe Antragsweg: über die Hausbank an die L-Bank. Weitere Informationen zur Antragstellung der Wachstumsfinanzierung 50, finden Sie auf einer eigenen Internetseite .

  • Darlehen der Wachstumsfinanzierung mit einem Förderkredit der KfW

Wollen Sie gleichzeitig Programme der KfW beantragen, stellen Sie bitte zwei Anträge bei Ihrer Hausbank. In solchen Fällen übernimmt teilweise auch das Zentralinstitut im Rahmen der elektronischen Antragstellung die Aufsplittung eines Antrags. Ihre Hausbank berücksichtigt das bei der Antragstellung.

Aktuelle Zinssätze

Für die Darlehen der Wachstumsfinanzierung gilt das flexibilisierte risikogerechte Zinssystem .


Downloads Konditionenübersichten

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Wirtschaftsförderung – Konditionen

Datum: 22.07.2016

Konditionen-Gesamtübersicht für die Förderprogramme für gewerbliche Unternehmen und Freiberufler| Enthalten sind die aktuellen Zinssätze und gegebenenfalls die aktuellen Tilgungszuschüsse für folgende Programme: ELR-Kombi-Darlehen, Gründungsfinanzierung, Innovationsfinanzierung, Investitionsfinanzierung, Liquiditätskredit, Ressourceneffizienzfinanzierung, Ressourceneffizienzfinanzierung-ELR-Kombi, Startfinanzierung 80, Tourismusfinanzierung, Wachstumsfinanzierung, Weiterbildungsfinanzierung 4.0

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Download-Bereich

Produktinformationsblatt – das Wichtigste zu diesem Förderprogramm auf einer Seite

Downloads - Antragsunterlagen

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KfW-Antrag (L-Bank-Version)

Datum: 01.05.2016

L-Bank-Version des KfW-Antragsformulars. Kann nur bei der L-Bank eingereicht werden und darf nur für die folgenden Programme verwendet werden: Gründungsfinanzierung | Wachstumsfinanzierung | Wohnen mit Kind | Wohnen mit Zukunft: Erneuerbare Energien | Energieeffizienzfinanzierung-Bauen | Energieeffizienzfinanzierung-Sanieren | Änderungen gegenüber Version 04/2016: Seite 4 Erläuterungen: Verwendungszweckschlüssel bei EEF-Sanieren

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Beihilfeantrag für das Fördergeschäft

Datum: 01.07.2015

Beihilfeantrag für das Fördergeschäft, Vordruck Nr. 9087 Der Beihilfeantrag kann für eine frist- und formgerechte Antragstellung vor dem eigentlichen L-Bank-Förderantrag genutzt werden. Der Vordruck verbleibt bei der Hausbank. Einsetzbar für die Programme: Gründungsfinanzierung | Wachstumsfinanzierung | Ressourceneffizienzfinanzierung | Liquiditätskredit | Innovationsfinanzierung | Startfinanzierung 80 | Tourismusfinanzierung | ELR-Kombi-Darlehen | Ressourceneffizienzfinanzierung-ELR-Kombi | Landwirtschaft | Agrar-und Ernährungswirtschaft | Neue Energien

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De-minimis-Erklärung

Datum: 01.04.2016

De-minimis-Erklärung (L-Bank-Vordruck Nr. 1332) Sie ist in folgenden Programmen mit dem Förderantrag einzureichen: (1) Für bestimmte Vorhabens- oder Kostenarten in der (1a) Gründungsfinanzierung, (1b) Wachstumsfinanzierung, (1c) Ressourceneffizienzfinanzierung, (1d) Ressourceneffizienzfinanzierung-ELR-Kombi  (2) Startfinanzierung 80 (3) Investitionsfinanzierung (4) Agrar- und Ernährungswirtschaft – Betriebsmittel (5) Bürgschaftsprogramm: Finanzierung von Vereinsstätten (6) Weiterbildungsfinanzierung 4.0

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Kooperation mit der KfW

Die L-Bank bietet die Darlehen der Wachstumsfinanzierung in Zusammenarbeit mit der KfW Mittelstandsbank an. Grundlage ist das KfW-Programm Unternehmerkredit – KMU-Variante . Die L-Bank verbilligt die ohnehin günstigen Sollzinssätze dieses Programms zusätzlich. Außerdem verzichtet die L-Bank für ein ganzes Jahr auf Bereitstellungszinsen.