05.09.2017 - Erstes Investment des neuen Wagniskapitalfonds des Landes perfekt

Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut und Vorstands-vorsitzender der L-Bank, Axel Nawrath: „Sevenit GmbH ist mit ihrer B2B-Software ein beeindruckendes Beispiel für die erfolgreiche Start-up-Szene im Südwesten.“

Karlsruhe. 05. September 2017. „Wir freuen uns, dass bereits nach kurzer Zeit der ‚first deal‘ unseres neuen Wagniskapitalfonds erfolgreich unter Dach und Fach ist! Die Sevenit GmbH zeigt eindrucksvoll, wofür Baden-Württemberg bei Start-ups steht: Mit ihrer B2B-Software steht sie nicht nur für die erfolgreiche Start-up-Szene im Südwesten, sie verdeutlicht auch die Funktionsweise des neuen Landesfonds“, so Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut und Dr. Axel Nawrath, Vorsitzender des Vorstands der L-Bank, zum Engagement an der Sevenit GmbH.

Hoffmeister-Kraut zeigte sich über das erste Engagement des neuen VC-Fonds an dem Offenburger Start-up sehr beeindruckt. Sevenit habe mit einer cloudbasierten Buchhaltungslösung große Chancen, den Markt für Buchhaltungsdienstleistungen und -software zu revolutionieren. Mit smarter Rechnungs- und Buchhaltungssoftware für Selbständige und kleine Unternehmen sei das 2013 gegründete Unternehmen im Kernbereich der Digitalisierung unterwegs.

Sevenit zählt zu den Finalisten des CyberChampions Award 2017, dem IT- und Hightech Wettbewerb der Technologieregion Karlsruhe.

Der von der Landesregierung und der L-Bank initiierte LEA Venturepartner Fonds ist ein wichtiger Baustein in der Start-up BW-Kampagne des Landes. Nachdem in einem First Closing Anfang Juli 2017 die Hälfte des Zielvolumens des Fonds in Höhe von 50 Millionen Euro gezeichnet war, wurde nun bereits nach wenigen Wochen mit Sevenit das erste Investment getätigt.

Das Unternehmen bietet für Büroanwendungen cloudbasierte SaaS-Lösungen (Software as a Service) an. Unter der Marke sevDesk werden Freelancer und kleine Unternehmen angesprochen, die mit Hilfe der Bürosoftware ihre Buchhaltung kostengünstig und zeitsparend optimieren wollen. Wesentliche Alleinstellungsmerkmale gegenüber Wettbewerbern sind die grafische Benutzeroberfläche, die intuitives Arbeiten erlaubt, sowie die Einbindung von KI-Technologie (künstliche Intelligenz), die einen hohen Automatisierungsgrad bei der Belegerfassung und Verbuchung ermöglicht. Die Software von sevDesk erleichtert so Selbstständigen und Kleinunternehmen den Business-Alltag. Rechnungen schreiben, Buchhaltung erledigen und Kunden verwalten kann standortunabhängig über die Cloud erledigt werden. Mehr als 65.000 Kunden in über 15 Ländern zeigen, dass Sevenit mit dieser Software eine Marktlücke getroffen hat und auf einem interessanten Wachstumspfad ist.

Um das attraktive Skalierungspotenzial zu nutzen, suchte der Softwarespezialist neue Finanzierungspartner. Insgesamt engagieren sich vier Investoren in der aktuellen Runde: LEA Venturepartner, Wecken & Cie und der durch die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Baden-Württemberg (MBG) gemanagte ältere Venture Capital Fonds des Landes, der VC Fonds BW, sowie die MBG selbst. Für MBG-Geschäftsführer Guy Selbherr ist dies ein Beispiel für die gute Vernetzung der öffentlichen Kapitalgeber und ein Zeichen, dass auch die Kommunikation und Abstimmung unter den Geldgebern reibungslos läuft: „Wir konnten gemeinsam aufzeigen, dass wir nicht nur Kapital, sondern auch unterschiedliche unternehmerische Erfahrung mitbringen und mit unserem Know-how und den verschiedenen Netzwerken in mehrerer Hinsicht einen Zusatznutzen schaffen. So erreichen wir mit einem Mix aus öffentlichen und privaten Finanzierungsmitteln eine gute Schlagkraft.“

Das erste Engagement des neuen Landesfonds LEA Venturepartner zeigt, dass die Erwartungen der Landesregierung und der L-Bank an den neuen Wagniskapitalfonds erfüllt werden: Die eingesetzten öffentlichen Mittel werden zweifach gehebelt. Zum einen durch die Beteiligung der privaten Geldgeber am Fonds LEA Venturepartner, bei dem die L-Bank als Ankerinvestor agiert. Mit der aufgelegten marktgängigen Fondstruktur konnte so zusätzliches privates Wagniskapital von Investoren insbesondere aus der Finanz- und Privatwirtschaft mobilisiert werden. Zum anderen erfolgt ein zweiter Hebel durch die Konsortialbildung in der Finanzierungsrunde. „So kann die Wagnisfinanzierungskraft in Baden-Württemberg gebündelt werden“, sagte Nawrath. „Der neue Venture-Capital-Fonds dient dabei auch als Scharnier zwischen den Finanzierungssegmenten – er soll auf lange Sicht wachstumsstarke Unternehmen an den bereits im Frühjahr 2016 aufgelegten Mittelstandsfonds LEA Mittelstandspartner heranführen.“

„In Baden-Württemberg sollen gute Ideen die passenden Finanzierungen erhalten – das ist unser Ziel als Förderbank“, unterstrich Nawrath. „Mit dem bundesweit volumenstärksten und besten Darlehens- und Bürgschaftssystem in der Gründungsförderung durch L-Bank und Bürgschaftsbank waren wir bereits gut aufgestellt. Mit dem neuen Wagniskapitalfonds LEA Venturepartner wird das baden-württembergische Angebot für Technologieunternehmen in der Wachstumsphase abgerundet.“ Auch dafür ist das Unternehmen Sevenit ein gutes Beispiel: Denn auch eine Startfinanzierung 80 – ein Gründungsförderdarlehen der L-Bank, das mit einer 80%igen Bürgschaft der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg verknüpft ist – hat Sevenit bereits für seine gute Entwicklung bis hierhin genutzt.

Ergänzende Informationen zum Wagniskapitalfonds LEA Venturepartner

Der von LEA Partners gemanagte Fonds konzentriert sich auf technologiestarke Unternehmen mit Wachstumspotenzial und Fokus auf die Sektoren IT, Internet, Industrie 4.0 und Digitalisierung und investiert insbesondere in der Seed-Phase und in der ersten größeren Finanzierungsrunde (Serie A). Der L-Bank kommt die Rolle eines Ankerinvestors zu. Die Mittel der L-Bank werden durch private Investitionen gehebelt und es wird so ein langfristiger Beitrag zu einem durchgängigen VC-Finanzierungsangebot in Baden-Württemberg geleistet. Mit dem First Closing Anfang Juli 2017 war die Hälfte des Zielvolumens des Fonds in Höhe von 50 Millionen Euro gezeichnet.