23.12.2013 - Konjunktur 2013: viel besser als erwartet

Schlüsselbranchen in Baden-Württemberg blieben auf Wachstumskurs

Karlsruhe, 23.12.2013. Ende gut, alles gut: Das Jahr 2013 ist in Schlüsselbranchen der Südwest-Wirtschaft deutlich besser gelaufen als erwartet. Im Januar wurden die Geschäftsperspektiven noch überwiegend negativ bewertet, tatsächlich hielt sich die Industrie dann auf dem Wachstumspfad. So blieb im Maschinenbau die befürchtete Nachfrageschwäche aus. und der Bau verzeichnet seit Jahresmitte wieder steigende Umsätze. Entgegen den Prognosen musste auch die Automobilbranche nicht auf die Bremse treten, sondern konnte 2013 sogar einen Gang höher schalten.

Der L-Bank Konjunkturindex spiegelt den positiven Jahresverlauf: Lag das Geschäftsklima im verarbeitenden Gewerbe in Baden-Württemberg im Januar bei minus 0,4 Punkten, erreichte es im November mit 22,8 Punkten den bislang höchsten Wert des Jahres. Das Konjunkturbarometer erweist sich zugleich als aussagekräftiger Frühindikator für die reale Wirtschaftsentwicklung: Nach Einschätzung des Statistischen Landesamtes ist die Südwest-Wirtschaft nach einem „verhaltenen ersten Halbjahr“ im dritten Quartal um 1,25 Prozent gewachsen, für das Schlussquartal prognostizieren die Statistiker ein Plus von rund zwei Prozent.

Auch im Maschinenbau ist die Konjunktur erst im Laufe des Jahres wieder in Schwung gekommen. Nach einem schwachen Beginn liege der Auftragsbestand der Branche derzeit um real ein Prozent über dem Vorjahreswert, teilte der Landesverband Baden-Württemberg des VDMA kürzlich mit. Die „positive Entwicklung“ der letzten drei Monate lasse darauf hoffen, dass der Maschinenbau im Südwesten wieder „auf einen moderaten Wachstumskurs einschwenkt“, kommentierte VDMA-Geschäftsführer Ulrich P. Hermani. Der L-Bank Geschäftsklimaindex für die Branche erreichte im November 19,5 Punkte und damit ein Jahreshoch.

Überdurchschnittlich gut schnitt 2013 die Bauwirtschaft ab. Nachdem der lange Winter eher für frostige Stimmung bei den Unternehmen sorgte, zogen Auftragseingang und Umsatzentwicklung im dritten Quartal deutlich an. Nach Angaben der Landesvereinigung Bauwirtschaft Baden-Württemberg stiegen die Branchenerlöse in den ersten neun Monaten des Jahres um immerhin 2,7 Prozent, das Volumen der Neuaufträge kletterte sogar um 3,2 Prozent. Doch fehlten den Unternehmen zunehmend Fachpersonal, um den Auftragsbestand zu bewältigen. Engpässe gebe es vor allem bei Führungskräften und Bauingenieuren, betonte der Verband.

Auf eine besonders rasante Aufholjagd kann die Automobilindustrie im Südwesten zurückblicken. Hatten zu Jahresbeginn der schwache europäische Markt und die Sorgen über einen Konjunktureinbruch in China die Stimmung stark belastet, ist die befürchtete Krise  ausgeblieben. Der Geschäftsklimaindex verbesserte sich von minus 20 Punkten im Januar auf gut sechs Punkte zur Jahresmitte und schließlich fast 30 Punkte im November.

Tatsächlich haben sich die führenden Automobilhersteller und -zulieferer in Baden-Württemberg weitgehend von der schwierigen Marktsituation in Deutschland und Europa abkoppeln können. Denn während in Deutschland nach Angaben des VDA bis Ende Oktober rund fünf Prozent weniger Neufahrzeuge deutscher Hersteller zugelassen wurden, verkaufte beispielsweise Porsche weltweit 14 Prozent und in Deutschland sogar 19 Prozent mehr Autos als im Vorjahreszeitraum. Der weltweit aktive Getriebespezialist ZF Friedrichshafen plant für 2013 mit einer Umsatzsteigerung von zehn Prozent. Allein in Deutschland soll das Wachstum für 2.000 neue Arbeitsplätze sorgen.

Gute Nachrichten kommen auch von Daimler. Bis Ende Oktober stieg der Absatz von Mercedes-Benz-Pkw um acht Prozent, und auch der Jahresausklang fällt mancherorts weniger besinnlich aus als geplant: In den deutschen Motoren- und Getriebewerken stehen die Bänder wegen der guten Auftragslage nicht wie üblich für zwei Wochen, sondern nur für eine Woche still.

Der L-Bank-Konjunkturbericht Baden-Württemberg

ifo-Institut und GfK ermitteln jeden Monat im Auftrag der L-Bank die Konjunkturstimmung der gewerblichen Wirtschaft und der Verbraucher in Baden-Württemberg. Detaillierte Informationen dazu erhalten Sie unter
www.konjunktur-bw.de . Ansprechpartner ist Simon Hönig, simon.hoenig@l-bank.de , Tel.: 0721 150-1088.