11.12.2017 - MotionsCloud wird zum „Finnovativsten Start-up 2017“ gekürt

Junge Unternehmen überzeugen bei den FinTech-Days Stuttgart | Team „ShowUp“ siegt beim Ideathon mit der Idee eines Pfandsystems für kostenlose Veranstaltungen

Auf der Suche nach den besten Start-ups und genialsten Ideen für Produkte im finanztechnologischen Bereich luden Stuttgart Financial, die Börse Stuttgart, die L-Bank sowie das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg bereits zum zweiten Mal zu den FinTech-Days Stuttgart ein: Unter dem Motto „Get finnovative“ brachten sie die Teilnehmer des Ideathons und acht ausgewählte Start-ups mit den Big Playern der Finanzszene zusammen.

Das Rennen um den Titel als „Finnovativstes Start-up 2017“ machte die MotionsCloud UG. Das FinTech vereinfacht die Schadensmeldung an Versicherungen. Dem jungen Unternehmen gelang es, beim FinTech-Pitch eine hochkarätige Jury aus Experten der Finanz- und Investorenszene von seinem Geschäftsmodell zu überzeugen und sich damit unter den acht vorher ausgewählten Finalisten durchzusetzen. Als Siegergeld gab es 3.000 Euro. Doch damit nicht genug: Zusätzlich erhält MotionsCloud eine von insgesamt vier Wildcards für einen exklusiven Pitch beim Finanzplatzgipfel 2018, dem Spitzentreffen der baden-württembergischen Real- und Finanzwirtschaft im Neuen Schloss in Stuttgart. Den zweiten Platz und 2.000 Euro sicherte sich die FinCompare GmbH, der dritte Platz und 1.000 Euro ging an die Elinvar GmbH.

Beim Ideathon gewann das vier-köpfige Team „ShowUp“ mit der Idee, durch die Einführung eines Pfandsystems die No-Show-Rate bei kostenlosen Veranstaltungen zu reduzieren. Drei Tage lang hatten sie und vier weitere Teams bei dem Ideenwettbewerb vom 08. bis 11. Dezember insgesamt fünf tragfähige Konzepte für Finanzprodukte rund um Trading, Banking & Insurance entwickelt und validiert. Dabei konnten sie auf inhaltliche Unterstützung in Form von bereitgestellten Daten, Statistiken oder möglichen Umsetzungsszenarien von der L-Bank, der W&W, der Allianz sowie von finAPI zurückgreifen. Zudem hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, an der Weiterentwicklung bereits bestehender Praxisprojekte mitzuarbeiten, beispielsweise am iCity-Projekt der Hochschule für Technik (HfT) Stuttgart. Wichtige Bewertungskriterien der Expertenjury waren neben der Präsentation der Ergebnisse der WOW-Effekt des Konzepts, die Markttauglichkeit, Problemlösungsfähigkeit sowie der Validierungsgrad. Für den zweiten Platz entwickelte das Team „Alexa Terminfindung“ einen Alexa-Skill für die sprachgesteuerte Terminvereinbarung zwischen Kundenberater und Kunden am Fallbeispiel der Allianz AG. Den dritten Preis ergatterte das Team „re.new“, das mit Hilfe der Blockchain-Technologie den Geldtransfer von Europa nach Afrika vereinfachen will.

Am Finaltag ging es für alle Teilnehmer des FinTech-Pitches und des Ideathons aber nicht nur darum, die Jury zu beeindrucken. Sie erhielten zudem die einmalige Möglichkeit, die Aufmerksamkeit des finanzstarken Publikums für sich zu gewinnen und damit die Chance, Treibstoff für das eigene Business oder den eigenen Berufseinstieg zu bekommen.

Viele Partner an Bord

Wie sehr das Thema FinTech die gesamte Finanzbranche bewegt, zeigt sich an den starken Partnern, die die FinTech-Days Stuttgart unterstützten. Zu den Goldpartnern zählten die Allianz Lebensversicherungs-AG und die W&W. Als Silberpartner unterstützten die LBBW und die SV SparkassenVersicherung. Darüber hinaus trugen die MBG Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Baden-Württemberg und die Commerzbank AG als Bronzepartner sowie aeternity, FinTech.LI und finAPI als Unterstützer zum Erfolg der Veranstaltung bei. Giromatch, die Sieger des FinTech-Pitchs 2016, gaben in einem Interview einen Einblick, was sich seit ihrem Vorjahresgewinn in ihrer Geschäftsentwicklung getan hat.

„Die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Finanzwirtschaft wird maßgeblich davon bestimmt, dass Produkte und Dienstleistungen an sich verändernde technologische Möglichkeiten und an die Kundenbedürfnisse angepasst werden. Bei diesen rasanten Entwicklungen leisten junge FinTechs – mit denen inzwischen fast 90 Prozent der deutschen Banken kooperieren – als wichtige Impulsgeber und maßgebliche Innovationstreiber einen wertvollen Beitrag“, so Wirtschaftsstaatssekretärin Katrin Schütz.

„Mit seinem wirtschaftlich starken und vielfältigen Finanzsektor verfügt Stuttgart über zahlreiche potentielle Investoren und Kunden für Start-ups mit innovativen Geschäftsmodellen im finanztechnologischen Bereich. Mit den FinTech-Days machen wir diese Chancen für FinTech- und InsurTech-Unternehmen sichtbar“, erklärt Dr. Marc Mehlhorn, Leiter von Stuttgart Financial, die Motivation, eine dreitägige Veranstaltung zur Förderung außergewöhnlicher FinTech-Ideen auf die Beine zu stellen.

„Um in der vernetzten Wirtschaft wettbewerbsfähig zu bleiben, brauchen wir eine kontinuierliche Selbsterneuerung unserer Unternehmen und Geschäftsmodelle. Ein mitunter disruptiver Prozess, bei dem klassische Bankenwelt und unkonventionelle FinTechs viel voneinander lernen können. Auf lange Sicht werden dabei aber nicht nur die Bankkunden profitieren, sondern die Wirtschaft Baden-Württembergs als Ganzes“, fügt Dr. Ulrich Theileis, stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der L-Bank, der Förderbank des Landes, hinzu.


Mitglieder der Jury waren:

• Rüdiger Maroldt – Wüstenrot Bank AG Pfandbriefbank | Mitglied des Vorstands und Leiter Digitalisierung
• Stefanie Münz – Landesbank Baden-Württemberg | Leiterin des Bereichs Konzernstrategie und Finanzcontrolling
• Dr. Thomas Neugebauer – Allianz Lebensversicherungs-AG | Fachbereichsleiter
• Dominik Schütz – SV SparkassenVersicherung | Leiter SV Lab
• Dr. Ulli Spankowski – Boerse Stuttgart Digital Ventures | Managing Director
• Dr. Marc Umber – Hightech Gründerfonds (HTGF) | Investment Manager
• Dr. Michael Völter – Vereinigung Baden-Württembergische Wertpapierbörse e.V. | Vorsitzender des Vorstands

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