05.01.2019 - Förderung hält den Mittelstand auf Kurs

L-Bank Wirtschaftsförderbilanz 2018: 3,6 Mrd. für Gründung und Mittelstand

Förderkredite sichern 343.000 Arbeitsplätze und schaffen 11.800 neue Stellen | Wirtschaftsförderung verzeichnet Rekordnachfrage | Positive Entwicklung der „Investitionsfinanzierung“ stärkt die ausgewogene Wirtschaftsstruktur


Karlsruhe, 05.01.2019. Im vergangenen Jahr förderte die L-Bank Baden-Württembergs Unternehmen mit rund 3,57 Mrd. Euro und erreichte damit eine neue Bestmarke in ihrer Wirtschaftsförderung. Gegenüber 2017 war dies eine Steigerung von rund 4 Prozent. „Damit die baden-württembergischen Unternehmen im schwierigen Umfeld ihre Chancen nutzen können, sind Flexibilität, Innovationsfreudigkeit und unternehmerisches Denken notwendig. An diesen Hebeln setzen wir mit unseren Programmen an. So tragen wir dazu bei, dass die Unternehmen fit für die Zukunft sind und in volatilen Märkten und weltpolitisch unruhigen Zeiten Kurs halten können“, so Dr. Axel Nawrath, Vorsitzender des Vorstands der L-Bank, bei der Vorstellung der Wirtschaftsförderbilanz für das Jahr 2018. „Die Wirtschaftsförderbilanz 2018 zeigt, dass unsere Angebote passgenau die Bedarfe des Mittelstandes und der Existenzgründer treffen – und das nachhaltig: Allein in den vergangenen fünf Jahren konnten wir jedes Jahr die baden-württembergische Wirtschaft mit durchschnittlich über 3 Mrd. EUR unterstützen. Die kontinuierlichen Programmverbesserungen, die gute Zusammenarbeit mit der Landesregierung, mit unseren Förderpartnern, allen voran mit der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg, sowie die enge Kooperation mit den Hausbanken machen unsere hohe Förderleistung möglich,“ erläuterte Nawrath.

Über alle Programme der Mittelstandsförderung hinweg wurden zinsgünstige Kredite mit einem Gesamtvolumen von 2,32 Mrd. Euro (Vorjahr: 2,26 Mrd. Euro) an mehr als 5.100 Betriebe ausgereicht. Die Schaffung von ca. 7.800 neuen Arbeitsplätzen konnte so unterstützt und rund 318.000 Arbeitsplätze konnten gesichert werden.

Baden-Württembergischer Mittelstand ist in der Fläche stark

Baden-Württemberg ist die führende Innovationsregion in Europa. Im vom Statistischen Landesamt Baden-Württemberg im zweijährigen Turnus berechneten Innovationsindex, der die Innovationsfähigkeit abbildet, liegt der Südwesten mit Abstand vorn. „Das Besondere daran ist die Stärke in der Fläche. Baden-Württemberg hat zahlreiche global relevant Unternehmen, und die sind nicht nur in den Ballungszentren angesiedelt, sondern auch im ländlichen Raum“, verdeutlichte Nawrath. „Mit der „Investitionsfinanzierung“ versuchen wir diese Stärke weiterzuentwickeln.“ 

Unternehmen, die im ländlichen Raum investieren, erhalten mit der „Investitionsfinanzierung“ ein Förderdarlehen mit vergünstigten Zinsen. Das Programm ist für alle Arten von Investitionen und für alle mittelständischen Unternehmen im ländlichen Raum geeignet. In der „Investitionsfinanzierung“ wurde 2018 mit 628 Mio. Euro eine Steigerung um mehr als 21 Prozent erzielt (Vorjahr 519 Mio. Euro).

Ressourceneffizienz verbindet Klimaschutz und Ökonomie

In der Programmfamilie der Ressourceneffizienzfinanzierungen sind die Fördermöglichkeiten breit gefächert. Angeboten werden Darlehen für KMU die in Maschinen und Anlagen mit niedrigem Energieverbrauch investieren, durch Investitionen Ressourcen effizienter einsetzen oder Material einsparen oder Betriebsgebäude energieeffizient bauen, sanieren oder in energiesparende Gebäudetechnik investieren.

Das Kombi-Darlehen Ressourceneffizienz bietet seit Februar 2018 zudem erweiterte Möglichkeiten. Eine Kombination ist nun nicht nur mit einem Zuschuss aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum möglich, sondern auch mit einem Darlehen der Ressourceneffizienzfinanzierung. So können beispielsweise auch größere Mittelständler und große Unternehmen (Nicht-KMUs) für Sanierungen an Betriebsgebäuden ein Kombi-Darlehen Ressourceneffizienz bis zu einer Höhe von 25 Mio. Euro erhalten. 

Mit 629 Mio. Euro wurde wieder ein Topergebnis erreicht (Vorjahr: 643 Mio. Euro). „Die „Ressourceneffizienzfinanzierung“ ist damit weiterhin das volumenstärkste Förderprogramm und unterstützt kraftvoll die ambitionierten Klimaziele des Landes Baden-Württemberg“, so Nawrath.

Innovation und Gründung gehören zusammen

Damit Start-ups am Markt bestehen können, benötigen sie gute Ideen. „Aber nicht jede gute Idee ist bei einem jungen Unternehmen gut aufgehoben. Oft ist ein Grundstock an Kapital und ein eingespieltes Netzwerk, wie es viele Mittelständler vorweisen können, hilfreich. Deshalb gilt auch hier: Die Mischung macht´s“, verdeutlichte Nawrath.

Das Förderprogramm „Innovationsfinanzierung 4.0“ ermöglicht dem Mittelstand die Finanzierung von Vorhaben, die für die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit von besonderer Bedeutung sind. Dazu gehören Projekte zur Entwicklung neuer Produkte oder Verfahren, zur Digitalisierung oder Realisierung von Innovationsvorhaben entlang der Wertschöpfungskette Mobilität. Dafür wurden 2018 mit 352 Mio. Euro eine um 70 Prozent höhere Darlehenssumme ausgereicht als im Jahr zuvor (206 Mio. Euro).

Die Existenzgründungsförderung hat sich trotz der konjunkturell bedingt verhalteneren Nachfrage im zweiten Halbjahr 2018 auf Rekordniveau gehalten. „Viel wird über Venture Capital und dessen Wichtigkeit zur Förderung von Start-ups geredet. Das ist zwar durchaus richtig, jedoch sollten wir auch nicht bewährte Förder-Finanzinstrumente aus den Augen verlieren, die für eine Vielzahl gleichsam innovativer Gründungen passender sind. Daher freut es uns besonders, dass unsere hierauf spezialisierte „Startfinanzierung 80“, die einen Förderkredit der L-Bank mit einer obligatorischen Risikoentlastung durch die Bürgschaftsbank Baden-Württemberg verbindet und sich an kleinere Finanzbedarfe in der Gründung richtet, Jahr für Jahr stärker nachgefragt wird. An knapp 900 Existenzgründungen gingen nahezu 58 Mio. EUR.“ 

Mit in Summe 624 Mio. Euro haben alle Programme der Existenzgründungsförderung zusammen das zweithöchste Ergebnis der Geschichte der L-Bank erzielt (Vorjahr 660 Mio. Euro). Von der Förderung profitierten rund 2.800 Neugründungen und Unternehmensnachfolgen.

Ausblick: Digitalisierung ist der Megatrend

„Der Mittelstand kann die Vorteile der Digitalisierung oft noch nicht vollumfänglich für sich nutzbar machen. Vielfach sind auch finanzielle Hürden daran schuld. Es geht dabei nicht nur um ein reines IT-Phänomen und die damit verbundene Produktivitätsverbesserung. Viel spannender sind die Möglichkeiten zur Erschließung neuer Geschäftsfelder, eine digitale Gesamtstrategie.  Das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg hat daher die „Digitalisierungsprämie“ initiiert, die insbesondere kleineren Unternehmen den Einstieg in Digitalisierung erleichtern soll. Im Jahr 2018 wurde das Programm bereits gut genutzt. Die Attraktivität der Digi-Prämie ist nach der Umstellung auf die Gewährung eines Tilgungszuschusses noch höher. Mit der tatkräftigen Unterstützung unserer Bankpartner erwarten wir deshalb im Jahr 2019 eine deutliche Nachfragesteigerung“, sagte Nawrath.

Mehr Informationen zu den Fördermöglichkeiten der L-Bank im Internet unter www.l-bank.de/unternehmen

Ein druckfähiges Porträtfoto von Dr. Axel Nawrath finden Sie unter www.l-bank.de/pressefotos