Fallbeispiel Hotel Bären Titisee

Wiederaufbau eines Traditionshotels

Ein Traditionshotel in Titisee-Neustadt erfindet sich nach einem Großbrand neu und bleibt doch seinen Wurzeln treu – mit Unterstützung der L-Bank.

Eine Nacht im Dezember 2011: Der Himmel über dem Titisee ist hell erleuchtet, mehr als 200 Feuerwehrleute sind im Einsatz. 12 Stunden später ist klar, dass der Großbrand das über 120 Jahre alte Hotel Bären bis auf einen einzigen Seitenflügel zerstört hat – eine Katastrophe für die Hoteliers Thomas und Stefan Sauter, die es erst im Jahr 2004 von ihren Eltern übernommen hatten. Manche sagen auch: eine Katastrophe für ganz Titisee-Neustadt.

Links im Bild Familie Sauter, rechts eine Abbildung ihres Hotels.

Ein Tag im Juli 2014: Die Anspannung bei Familie Sauter ist groß. Würden die Gäste das neu eröffnete Hotel mögen, vor allem diejenigen, die noch das alte Hotel Bären kannten, ein typisches Holzhaus aus dem Jahr 1888? Die Besucher staunen: Das moderne Gebäude setzt mit viel Glas und symmetrischen Formen einen Kontrapunkt zu seiner eigenen Geschichte, aber auch zur Architektur vieler anderer Häuser in Titisee-Neustadt. Erst beim zweiten Hinsehen finden sich überall verbindende Elemente: „Da ist ja die Metallverzierung des früheren Gebäudes“, ruft ein Gast, und ein anderer freut sich über die vielen Bärenmotive. Andere sind begeistert vom Gourmet-Restaurant oder vom aufwändig gestalteten Wellness-Bereich. Frühere Stammgäste und neue Gäste kamen, und die Sauters wussten: Der Wiederaufbau war ihnen geglückt.

Ein Meilenstein, wie immer bei solchen Großprojekten: die Finanzierung. Die Familie stützte sich auf die Beratung der Sparkasse Hochschwarzwald sowie auf private Berater und unternahm eine Reise zum Wirtschaftsforum der L-Bank, das in jenem Jahr in Freiburg stattfand. „Uns interessierten einige Workshops und Vorträge“, so Stefan Sauter, „aber natürlich suchten wir auch nach Kontakten für unser Finanzierungskonzept.“ Er erinnert sich heute vor allem an seine dortigen Gesprächspartner: „Wir bekamen auf unsere Fragen immer fundierte und belastbare Antworten.“ Schließlich stand das Konzept. Es sah unter anderem einen Kredit der Energieeffizienzfinanzierung (seit 2015: Ressourceneffizienzfinanzierung ) der L-Bank vor, der über die Hausbank des Hotels, die Sparkasse Hochschwarzwald beantragt wurde. Dieses Förderprogramm,  unterstützt Unternehmen ebenso bei Investitionen in ressourceneffiziente Produktion und Anlagen, oder wie im Fall des Hotel Bären beim Neubau energieeffizienter Betriebsgebäude oder der energetischen Sanierung. „Für uns war das ein wichtiger Baustein in unserem Finanzierungskonzept“, unterstreicht Thomas Sauter.

Ein weiterer zentraler Baustein war eine Bürgschaft der L-Bank. Michael Frey, der von Seiten der L-Bank die Finanzierung begleitet hat, ergänzt: „Neben unseren zinsgünstigen Krediten sind bei solch großen Vorhaben die Bürgschaften der L-Bank ein wichtiges Angebot, um die Gesamtfinanzierung zusammen mit anderen Kreditinstituten zu ermöglichen. Dadurch dass die L-Bank komplexe Finanzierungen absichern kann, versetzen wir die Hausbanken in die Lage, auch größere Darlehen an den Mittelstand auszureichen.“

Unterstützung erfuhren die Sauters auch während der Bauphase von vielen Seiten. Nach dem Brand beschäftigten viele Betriebe aus dem Umland die Bären-Mitarbeiter mittels Zeitverträgen, bis das Hotel wieder eröffnen konnte. „Wir sind eben keine Konkurrenten, sondern Mitbewerber“, freut sich Thomas Sauter. Auch die Gemeinde war kooperativ, sowohl hinsichtlich der modernen Architektur, als auch beim Bau selbst: „Natürlich gibt es für vieles Vorschriften. Aber man redet darüber und findet Lösungen.“ Stefan Sauter kommentiert die Bauphase rückblickend: „An manchen Tagen arbeiteten 50 Handwerker auf der Baustelle. Da stauten sich die Fahrzeuge an der Straße, soweit das Auge reichte.“ Aber niemand beschwerte sich.

Heute setzt das Vier-Sterne-Hotel auf Authentizität, Regionalität und Naturnähe – trotz aller Modernität. „Viele unserer Gäste sind Stammgäste und sie freuen sich, wenn die Mitarbeiter sie persönlich begrüßen.“ Das Engagement des Personals ist hoch und damit es so bleibt, gibt es keine Zeitverträge und die 45 Mitarbeiter sind fest angestellt. Klasse statt Masse lautet auch das Gastronomiekonzept, obwohl die Küche an Spitzentagen wie Silvester 120 Gäste im 7-Gänge-Menü bedienen kann. „Gute Küche? Eine Frage guter Produkte!“, ist Stefan Sauter überzeugt. „Wir verwenden nach Möglichkeit regionale und saisonale Produkte. Aus ihrer Verfügbarkeit einerseits und den Kundenwünschen andererseits ergeben sich immer wieder neue Ansätze.“ So wird, weil die Kunden dies erwarten, Salzwasserfisch serviert – und als geschmackliche Ergänzung der heimische Süßwasserfisch beigefügt. Wobei die Nähe zum Wald in direkter Nachbarschaft für viele Gäste wichtiger ist als die Nähe zum See: „Es sind von uns aus zwar nur zehn Minuten zu Fuß zum Titisee“, erläutert Thomas Sauter, „aber wir werben vor allem mit der Ruhe und dem Erholungswert des Waldes. Es gibt einen Rundweg direkt vom Hotel ab, mit Kräutergarten und Barfußpfad.“

Die beiden Brüder loben auch die gesamte Region. „Es tut sich viel“, freut sich Thomas Sauter. „Die Unternehmer haben sehr gute Konzepte und sprechen sehr unterschiedliche Zielgruppen an.“ So sei in der Nachbarschaft ein Alpin-Hotel mit Klettergarten entstanden; das nahe gelegene Schwimmbad sei bei Regen eine gute Freizeitalternative für Familien. Man kooperiere, etwa bei der Hochschwarzwald-Card, mit der Übernachtungsgäste unterschiedliche Freizeit-Angebote preisgünstig in Anspruch nehmen können. „Alle arbeiten auf hohem Niveau, und alle profitieren davon“, fasst Stefan Sauter die Entwicklung von Titisee-Neustadt zusammen.

Mehr Informationen unter www.baeren-titisee.de und www.l-bank.de/unternehmen