02.04.2012 - Umweltministerium unterstützt Förderprogramme der L-Bank zur Energieeffizienz mit 5 Millionen Euro

Umweltminister Franz Untersteller und Vorstandsvorsitzender Christian Brand: „Zur energetischen Sanierung von Gebäuden und zur Finanzierung von Energieeffizienzmaßnahmen in kleineren und mittleren Unternehmen steht ein Kreditvolumen von rund 700 Millionen Euro mit äußerst attraktiven Zinsen bereit“

Insgesamt zinsverbilligte Energieeffizienz-Kredite in Höhe von knapp einer Milliarde Euro

Zum Start der vom Umweltministerium mit insgesamt 5 Millionen Euro unterstützten Förderprogramme der L-Bank Energieeffizienzfinanzierung - Sanieren sowie Energieeffizienzfinanzierung - Mittelstand haben Umweltminister Franz Untersteller und Vorstandsvorsitzender Christian Brand heute (2. April 2012) auf äußerst attraktive Kredit-Konditionen hingewiesen, die Haus- und Wohnungseigentümern sowie dem Mittelstand für Energieeffizienz-Maßnahmen zur Verfügung stehen: „Durch die Landesmittel in Höhe von 2,5 Millionen Euro sowie ergänzende Mittel der L-Bank in Höhe von 14 Millionen können speziell zur energetischen Sanierung von Gebäuden zur Verfügung stehende Mittel der KfW Bankengruppe weiter verbilligt werden. Somit steht für Haus- und Wohnungseigentümer hierfür ein Kreditvolumen von rund 500 Millionen Euro mit Zinsen von unter einem Prozent bereit. Darüber hinaus werden durch weitere 2,5 Millionen Euro aus dem Landeshaushalt sowie zusätzliche Mittel der L-Bank in Höhe von 8 Millionen Euro Energieeffizienz-Maßnahmen von mittelständischen Unternehmen unterstützt. Hiermit können Kredite in Höhe von rund 200 Millionen Euro ausgelöst werden.“ Die durchschnittliche Zinsverbilligung gegenüber dem etablierten Energieeffizienzprogramm der KfW betrage hierbei 0,3 Prozentpunkte.

„Rund 70 Prozent der bestehenden Gebäude in Baden-Württemberg wurden vor der ersten Wärmeschutz-Verordnung 1977 erbaut, als Energieeffizienz noch kein Thema war. Hier bestehen daher enorme Einsparpotenziale“, betonte Franz Untersteller. „Die energetische Sanierung von Gebäuden spart große Mengen an CO 2-Emissionen ein und leistet damit einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz. Wir gehen davon aus, dass die geförderten Investitionen zu einer CO2-Minderung von rund 61.000 Tonnen pro Jahr führen. Zudem entlastet die dabei erreichte Energieeinsparung auch dauerhaft den eigenen Geldbeutel. Allein in Baden-Württemberg könnten jedes Jahr drei bis vier Milliarden Euro Energiekosten eingespart werden, wenn wir unsere Wohnhäuser auf den aktuellen Stand modernisieren würden“, erklärte der Minister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft. Die angestrebte Verdoppelung der jährlichen Sanierungsquote von derzeit einem auf künftig mindestens zwei Prozent biete zudem große Chancen für die lokale und regionale Wirtschaft sowie das Handwerk.

„Auch in kleinen und mittleren Unternehmen schlummern noch erhebliche Einsparpotenziale“, so Umweltminister Untersteller. Beispielsweise könne vielfach die Haus- und Energietechnik, die Mess-, Regel- und Steuerungstechnik oder der Umgang mit erzeugter Prozesskälte oder Prozesswärme deutlich verbessert werden. Der Austausch von Pumpen, Motoren sowie eine Optimierung der Beleuchtung und der Druckluftversorgung berge erhebliches Energieeinsparpotential, Minderungen von 30 bis 70 Prozent seien so erreichbar.

„Von den über die L-Bank ausgereichten Krediten der Programmgruppe Energieeffizient Bauen und Sanieren und Energieeffizienzfinanzierung Mittelstand profitieren die Bauherren, die Immobilieneigentümer sowie die kleinen und mittleren Unternehmen in Baden-Württemberg durch noch attraktivere Zinssätze. Sie sind effektives Beispiel dafür, wie sinnvoll Bundes- und Landesmittel gebündelt werden können. Außerdem sind sie ein wichtiger Baustein, um die energetische Sanierungsrate im Bereich der Privathaushalte zu erhöhen sowie den Mittelstand zu dringend notwendigen Maßnahmen zu bewegen und damit dazu beizutragen, dass die Energiewende funktioniert“, erklärte Vorstandsvorsitzender Christian Brand. „Insgesamt kann die L-Bank mit ihren verschiedenen Energieeffizienz-Förderprogrammen ein Darlehensvolumen von annähernd einer Milliarde Euro zinsverbilligt zur Verfügung stellen“, so Brand. Eine Übersicht über die vielfältigen Fördermöglichkeiten bietet die aktuelle Broschüre Energie und Umwelt, die ab sofort im Internet unter www.l-bank.de/energie-und-umwelt erhältlich ist.

Ergänzende Informationen:

Die KfW Bankengruppe und die L-Bank, Staatsbank von Baden-Württemberg, haben im März dieses Jahres einen Vertrag über ein Globaldarlehen der KfW an die L-Bank in Höhe von 600 Millionen Euro abgeschlossen. Daraus wird die L-Bank Bauherren und Immobilieneigentümern in Baden-Württemberg zinsgünstige Kredite zur Finanzierung besonders energieeffizienter Neubauten und der energieeffizienten Sanierung von Bestandsgebäuden anbieten. Die KfW refinanziert das Globaldarlehen mit günstigen Kapitalmarktzinsen aus der KfW-Programmgruppe Energieeffizient Bauen und Sanieren. Die Förderdarlehen bieten aufgrund der bereitgestellten Mittel des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) nicht nur attraktive Zinsen, sondern zusätzlich auch Tilgungszuschüsse. Das Land Baden-Württemberg und die L-Bank verbilligen die Zinsen für die Kredite aus diesem Globaldarlehen aus eigenen Mitteln zusätzlich zur Zinsverbilligung des Bundes. Die Programmbedingungen, insbesondere die energetischen Anforderungen, gelten dabei analog zu den KfW-Programmen.

Mit dem Vertragsabschluss setzen KfW und L-Bank ihre langjährige Zusammenarbeit bei der Refinanzierung von landesspezifischen Förderprogrammen fort. Seit dem Jahr 1999 wurden 26 Verträge mit einem Volumen von über 15 Milliarden Euro abgeschlossen, der nun abgeschlossene Vertrag ist der erste für private Bauherren und Eigentümer für energieeffizientes Bauen und Sanieren.

Das Programm Energieeffizienzfinanzierung Mittelstand wird über die Landwirtschaftliche Rentenbank refinanziert.

Die Broschüre Energie und Umwelt der L-Bank ist dieser Pressemitteilung angeschlossen.