13.10.2016 - Automobilindustrie in Baden-Württemberg blickt mit Zuversicht auf die Weltmärkte

Drei Fragen an Dr. Axel Nawrath, Vorsitzender des Vorstands der L-Bank

Karlsruhe, 13. Oktober 2016.Das Stimmungsbarometer für die gewerbliche Wirtschaft in Baden-Württemberg steigt kräftig an. Das Geschäftsklima im Südwesten erreicht mit saisonbereinigten 12,4 Indexpunkten einen neuen Jahreshöchststand. Die Unternehmen beurteilen die aktuelle Konjunkturlage besser als in den Vormonaten und erwarten bessere Geschäfte, das zeigt der L-Bank-ifo-Konjunkturtest.

Wichtiger Impulsgeber im Automobilland Baden-Württemberg ist dabei die Kfz-Industrie mit ihren über 220.000 Angestellten. Im L-Bank-ifo-Konjunkturtest steigt der branchenspezifische Geschäftsklimaindex auf das neue Jahreshoch von 21,4 Indexpunkten. Das letzte Quartal des Jahres 2016 beginnt also vielversprechend, erklärt der Vorsitzende des Vorstands der L-Bank, Dr. Axel Nawrath.

Frage: Die Autohersteller in Baden-Württemberg vermelden positive Absatzzahlen. Worauf basiert der Erfolg der Branche im Südwesten?

Antwort: Ich glaube, es sind drei Gründe, die maßgeblich sind. Erstens: Die Automobilindustrie in Baden-Württemberg basiert sehr stark auf Innovation. Regelmäßig ist Baden-Württemberg in Europa die innovationsstärkste Region. Und das wird auch bei den Automobilbauern deutlich. Zweitens: Wir haben eine Cluster-Bildung, das heißt, wir haben ein extrem hohes Ökosystem zwischen den Herstellern von Automobilen und den Zulieferern, die sich auch gegenseitig weiter bringen. Und drittens: Wir haben die Internationalisierung. Die Vermarktung der Premiumprodukte wurde früh vorangetrieben. Die Stellung der baden-württembergischen Automobilindustrie ist einfach sehr stark – allein in China wurden von Daimler in diesem Jahr schon 165.000 Autos verkauft. Das sind schon beeindruckende Zahlen.

Frage: Ist denn schon eine Prognose möglich, ob sich der positive Trend fortsetzen wird?

Antwort: Die Anzeichen sind zurzeit gut. In der EU wurden bis August 2016 fast acht Prozent mehr Neuwagen zugelassen als im Vorjahr. Auch in den USA und in China hatten wir deutliche Zuwächse zu verzeichnen, das erzeugt natürlich Zuversicht. Wir beobachten ein Jahreshoch in unserem Konjunkturtest, aber wie weit das in die Zukunft reicht, das kann man heute noch nicht prognostizieren, aber auf voraussehbare Zeit sehr gute Aussichten.

Frage: Welchen Einfluss hat die weltweite Automobilkonjunktur auf die Unternehmen in Baden-Württemberg?

Antwort: Exportorientierung ist immer Stärke und Chance, aber auf der anderen Seite auch immer ein Risiko, weil man stark von konjunkturellen Entwicklungen in anderen Teilen der Welt abhängt. Bisher haben die heimischen Automobilbauer und ihre Zulieferer jedenfalls gezeigt, dass sie externe Schocks gut wegstecken. Das sehen wir beispielsweise bei der Russlandkrise. Also insofern bin ich da eher zuversichtlich.

Das vollständige Interview als Podcast sowie ausführliche Informationen zum Konjunkturbericht finden Sie auf der Website www.konjunktur-bw.de .

Der L-Bank-Konjunkturbericht Baden-Württemberg

ifo-Institut und GfK ermitteln jedes Quartal im Auftrag der L-Bank die Konjunkturstimmung der gewerblichen Wirtschaft und der Verbraucher in Baden-Württemberg. Detaillierte Informationen dazu erhalten Sie unter www.konjunktur-bw.de . Ansprechpartner ist Dr. Benjamin Quinten, benjamin.quinten@l-bank.de , Tel.: 0721 150-1887.