Sprachförderung in allen Tageseinrichtungen für Kinder mit Zusatzbedarf (SPATZ)

  • Förderung von Sprachfördermaßnahmen für Kindergartenkinder, die eine zusätzliche intensive Sprachförderung benötigen
  • Zuschuss von 2.200 Euro als Festbetrag

Die frühkindliche Sprachbildung und Sprachförderung ist zentrales Anliegen der Bildungspolitik Baden-Württembergs. Das Gesamtkonzept Baden-Württembergs zur Sprachförderung orientiert sich an der individuellen Entwicklung und an den Bildungsprozessen der Kinder. Deshalb sollen Kinder von Anfang an Unterstützung und Förderung erfahren. Das Bildungs- und Entwicklungsfeld „Sprache“ ist zentrales Element des Orientierungsplans für Bildung und Erziehung in baden-württembergischen Kindergärten und weiteren Kindertageseinrichtungen. Die Sprachkompetenz aller Kinder wird durch eine ganzheitlich ausgerichtete Sprachbildung während der gesamten Kindergartenzeit gefördert.

Haben Kinder darüber hinaus intensiven Sprachförderbedarf, stehen den Kindergärten und Tageseinrichtungen im Rahmen von SPATZ zwei zusätzliche Förderwege zur Wahl:

  • die intensive Sprachförderung im Kindergarten (ISK)
  • oder Singen-Bewegen-Sprechen (SBS)

Für Kinder, die bereits die Schule besuchen, bleibt das Förderprogramm der außerschulischen und außerunterrichtlichen (schulbegleitenden) Hausaufgaben-, Sprach- und Lernhilfe (HSL) weiterhin bestehen. Informationen hierzu sind unter der Webseite HSL zu finden.

Die in verschiedenen Sprachen verfügbare Einwilligungserklärung der Eltern können Sie unter Sprachförderung BW herunter laden. Die Einwilligungserklärung ist dem Antrag nicht beizulegen. Sie verbleibt ausgefüllt bei den Trägern und muss nur auf Anforderung vorgelegt werden.

Im Zuge der Erhöhung des Zuschusses zur Elternbeteiligung im Jahr 2015 wurden auch die Anforderungen an die aktive Elternarbeit erhöht. Das neue Dokument „Hinweise für die Durchführung der aktiven Elternbeteiligung im Rahmen von SPATZ 2015” steht Ihnen unter „Downloads” zur Verfügung.

Aktueller Hinweis:

Die Richtlinie vom 21.07.2015 des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport bleibt weiterhin unverändert gültig.

Wer wird gefördert?

Die Angaben auf dieser Internetseite dienen nur der ersten Orientierung. Maßgeblich für die Förderfähigkeit und die Förderbedingungen sind die Verwaltungsvorschrift des Kultusministeriums über Zuwendungen zur Sprachförderung in allen Tageseinrichtungen für Kinder mit Zusatzbedarf (SPATZ-Richtlinie) und das Trägerschreiben des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport. Dieses können Sie am Ende der Seite herunterladen.

Das Programm richtet sich an kommunale und freie Träger von Kindergärten und Tageseinrichtungen in Baden-Württemberg, die zusätzliche Sprachfördermaßnahmen anbieten. Des Weiteren haben andere geeignete juristische Personen wie zum Beispiel gemeinnützige Einrichtungen der Wohlfahrtspflege und eingetragene Vereine, sowie ab diesem Förderjahr auch geeignete Gesellschaften des bürgerlichen Rechts, wie Kinder- und Familienzentren oder Mütter- und Familienzentren die Möglichkeit, das Programm zu nutzen, wenn sie eine enge Kooperation mit dem Kindergarten nachweisen. Nur für diesen Fall ist das Formular “Bestätigung des Kindergartenträgers” zu verwenden, das Sie am Ende der Seite herunterladen können.

Was wird gefördert?

Finanziert werden Sprachfördermaßnahmen in allen Kindergartenjahren für Kinder, die eine zusätzliche intensive Sprachförderung benötigen.

Im Förderweg ISK können Kinder, die zu Beginn des SPATZ-Förderprogramms noch nicht ganz ihr drittes Lebensjahr vollendet haben (zwei Jahre und sieben Monate) gefördert werden. Im Förderweg SBS können weiterhin Kinder ab dem dritten Lebensjahr gefördert werden.

Die Förderberechtigung für die intensive Sprachförderung im Kindergartenist gegeben, wenn das Kind eine andere Muttersprache als Deutsch spricht oder der Sprachförderbedarf von der pädagogischen Fachkraft im Kindergarten festgestellt wird (siehe 2.1 der SPATZ -Richtlinie).

  • Förderweg Intensive Sprachförderung im Kindergarten (ISK):

Die Sprachfördermaßnahme im Förderweg ISK umfasst 120 Zeitstunden pro Kindergartenjahr. Im Rahmen dieser Maßnahme werden die Fördergruppen von qualifizierten Sprachförderkräften betreut. Jedes Kind soll grundsätzlich mit 120 Stunden gefördert werden.

Pädagogisch-fachliche Fragen und weitere Informationen
Auskunft bei pädagogisch-fachlichen Fragen gibt die Überregionale Arbeitsstelle Frühkindliche Bildung im Regierungspräsidium Stuttgart.

Kontakt:
Dr. Dietlinde Granzer:
Telefon: 0711 904-17460
E-Mail: Dietlinde.Granzer@rps.bwl.de

Constance Schmidt
Telefon: 0711 904-17464
E-Mail: Constance.Schmidt@rps.bwl.de

Homepage:
www.kindergarten-bw.de

www.rp-stuttgart.de

  • Förderweg Singen-Bewegen-Sprechen (SBS)
    Die Sprachfördermaßnahme im Förderweg SBS umfasst 36 Zeitstunden pro Kindergartenjahr. Im Rahmen dieser Maßnahme, die auf einer Bildungskooperation basiert, werden die Fördergruppen durch ein Tandem aus einer zertifizierten musikpädagogischen Fachkraft mit einer pädagogischen Fachkraft nach §7 Abs. 1 und 2 KiTaG (Gesetz über Tageseinrichtungen für Kinder) oder einer qualifizierten Sprachförderkraft betreut. Partner in den SBS-Bildungskooperationen sind öffentliche Musikschulen und weitere Träger und Vereine gemäß der SPATZ-Richtlinie. Diese werden durch die Arbeitsgemeinschaft Singen-Bewegen-Sprechen zertifiziert.

    Musikpädagogisch-fachliche Fragen und weitere Informationen
    Auskunft bei musikpädagogischen Fragen sowie zur Zertifizierung der musikpädagogischen Fachkräfte gibt die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) des Landesverbandes der Musikschulen und des Landesmusikverbands.

    Kontakt:
    Tanya Soares
    Telefon: 0711 21851-11
    E-Mail: soares@musikschulen-bw.de

    Homepage: www.kindergaerten-bw.de

Wie wird gefördert?

Der Zuschuss des Kultusministeriums wird als Festbetrag für Fördergruppen und die aktive Elternbeteiligung gewährt. Fördergruppen können auch jahrgangsübergreifend gebildet werden.

  • Kindertageseinrichtungen können maximal 7 Kinder in eine Fördergruppe aufnehmen. Diese wird mit einem einheitlichen Zuschussbetrag in Höhe von 2.200 Euro bezuschusst.
  • In Kindergarteneinrichtungen, die einen Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund von 80 Prozent und mehr haben, dürfen maximal 5 Kinder in eine Fördergruppe aufgenommen werden. Zu berücksichtigen ist bei der Berechnung dieses Anteils ausdrücklich die gesamte Kindertageseinrichtung, nicht die einzelne Fördergruppe.
  • Neu aufgenommene Flüchtlingskinder haben in aller Regel einen besonders hohen Sprachförderbedarf. Für diese Kinder können daher eigene Sprachfördergruppen im Förderweg ISK gebildet werden. Bei mehr als vier förderberechtigten Kindern kann die Fördergruppe geteilt werden. Einzelne Flüchtlingskinder können auch wie bisher in andere Fördergruppen aufgenommen werden.

Besonderheiten ISK :

Eine Fördergruppe muss aus mindestens 3 Kindern bestehen. Die Sprachfördermaßnahme soll jedem Kind die Teilnahme an 120 Förderstunden ermöglichen. Eine ISK -Fördergruppe kann mit nicht förderberechtigten Kindern aufgefüllt werden, solange die maximale Gruppengröße von 7 Kindern nicht überschritten wird.

Besonderheiten SBS :

Eine Fördergruppe muss aus mindestens 3 Kindern bestehen. Die Sprachfördermaßnahme soll jedem Kind die Teilnahme an 36 Förderstunden ermöglichen. Eine SBS -Fördergruppe kann mit nicht förderberechtigten Kindern aufgefüllt werden, solange eine maximale Gruppengröße von 20 Kindern nicht überschritten wird.

Für die Weitergabe des Zuschusses an den Kooperationspartner sind die einschlägigen Bestimmungen aus der Verwaltungsvorschrift des Landes zu § 44 der Landeshaushaltsordnung (LHO) zu beachten. Diesen Auszug finden Sie am Ende der Seite.

Elternbeteiligung:

Für die aktive und kontinuierliche Beteiligung der Eltern wurde bereits für das Kindergartenjahr 2015/2016 laut SPATZ -Richtlinie Nr. 5.2.2 die Förderung von 250 Euro auf 500 Euro je Fördergruppe angehoben. Diese Erhöhung führte zu einer Weiterentwicklung und Überarbeitung der Hinweise Aktive Elternbeteiligung, die zu berücksichtigen sind. Diese finden Sie am Ende der Seite unter Downloads.

Auszahlung:

Die Auszahlung erfolgt ab dem 1. Januar 2017.

Auszahlung Elternbeteiligung:

Die Auszahlung der Elternbeteiligung erfolgt nach Abschluss und Prüfung der Maßnahme.

Antragstellung

Die L-Bank ist vom Kultusministerium mit der Abwicklung der Förderung beauftragt. Der Antrag wird direkt bei der L-Bank gestellt.

Ein Träger kann einen Antrag für mehrere Einrichtungen und für beide Förderwege stellen. Für jede Fördergruppe ISK und SBS ist dem Antrag eine eigene, vom Träger über alle seine Einrichtungen hinweg durchnummerierte Anlage beizufügen. Es gibt getrennte Anlagen für ISK und SBS .

Antragsfristen:

Das Kultusministerium weist ausdrücklich darauf hin, dass für die Bewilligungszeiträume die in der SPATZ -Richtlinie festgelegte Ausschlussfrist verbindlich ist.

  • Für den Zeitraum 01.08.2016 bis 31.07.2017 (Kindergartenjahr 2016/2017) müssen die Anträge bis spätestens 30. November 2016 bei der L-Bank vorliegen.
  • Anträge mit einer Gruppenbildung bis zum 15. Februar 2017 (ausschließlich für Flüchtlingskinder und für den Förderweg ISK) müssen bis spätestens 1. März 2017 bei der L-Bank vorliegen.

Die Antragstermine sind unbedingt einzuhalten. Anträge, die verspätet bei der L-Bank eingehen, werden nicht berücksichtigt (Ausschlussfrist).

Abweichend von Nummer 1.2 VV des Finanzministeriums zu § 44 LHO darf die Zuwendung auch für solche Vorhaben bewilligt werden, die bereits begonnen worden sind. Der Beginn erfolgt auf Risiko des Zuwendungsempfängers.

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Downloads Anträge und Richtlinien