Renninger Wohnanlage modernisiert

Mit Fingerspitzengefühl zur schnellen Modernisierung

Wenn verschiedene Eigentümer ihre gemeinschaftliche Immobilie sanieren und modernisieren wollen, sind die Interessen vieler Wohnungsbesitzer unter einen Hut zu bringen. Die „Dieter Kuhn Immobilienservice GmbH “ in Holzgerlingen bei Böblingen schaffte dieses Kunststück, indem sie bei einer Wohnanlage in Renningen alle Beteiligten ins Boot holte und die Finanzierung mit einem Angebot der L-Bank speziell für Wohnungseigentümergemeinschaften sicherte.

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Die Farben sind freundlich und inspirierend, die Wohnhäuser sehen modern und die Grünanlagen gepflegt aus. Gerne würde man einmal einen Blick aus einer der oberen von insgesamt mehr als 150 Wohnungen „Am Pfarrtor 1–19“ werfen – man könnte den Ausblick auf den Ort Renningen, nicht weit von Stuttgart entfernt, und die umgebende Natur genießen. Auch die Frau, die viel für die Entstehung dieser Wohn-Oase getan hat, kann es manchmal nicht glauben. „Wer die Anlage heute sieht“, so Ute Hienerwadel, „vergisst schnell, wie es hier früher ausgesehen hat.“

Eigentümer wurden in Modernisierungsprojekt mit einbezogen

Im Jahr 2010 übernahm die Holzgerlinger „Dieter Kuhn Immobilien­service GmbH“ als Hausverwaltung das Objekt. Schon die erste Bestands­aufnahme der 1971 errichteten und seitdem nur einmal neu gestrichene Wohnanlage ergab dringenden Sanierungsbedarf. Ute Hienerwadel, die das Moder­nisierungsprojekt leitete, stellte bald fest: Die Bewohner fühlten sich in den Häusern nicht wohl und die Eigentümer mussten einen stetigen Wertverlust hinnehmen. Es war also an der Zeit zu handeln: „Unser Ansatz war, die Eigentümer von Anfang an in den Prozess mit einzubeziehen.“ Auch für Rose Thaysen, Beirätin der Wohnungs­eigentümergemeinschaft, war damals klar, dass etwas geschehen musste: „Es herrschte bei den Wohnungseigentümern eine Aufbruchstimmung und wir waren froh, dass uns von der Hausverwaltung so schnell Modernisierungskonzepte vorgelegt wurden.“

Mit großer Mehrheit entschieden sich sowohl Eigentümer, als auch Haus­verwaltung für die Erneuerung der Fassaden mit einer mineralischen Wärmedämmung. In sechs der zehn Häuser wurden darüber hinaus Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung installiert. Für die Renniger Eigentümergemeinschaft jedenfalls hat sich die Sanierung gelohnt. Patrick Hennigs, der für „Dieter Kuhn Immobilien­service“ die Wohnanlage verwaltet, freut sich, dass durch die umsichtige Planung nicht nur die Umwelt, sondern auch die Geldbeutel der Bewohnern profitieren: „Wir haben heute in den Wohnungen eine Heizkostenersparnis von bis zu 50 Prozent“, so Hennigs. Auch das Farbkonzept – aus Erfahrung von Ute Hienerwadel „generell ein heikles Thema bei Sanierungen“ – kam gut an. Weiße und hellgraue Fassaden harmonieren perfekt mit den dunkelgrauen und roten Balkonbrüstungen und verdeutlichen dadurch die Zusammen­gehörigkeit des Ensembles. Von den Eigentümern wurde dieses Farb­konzept einstimmig angenommen.

Schnelle und unkomplizierte Förderung mit attraktivem Darlehen

Dass die Pläne positiv aufgenommen wurden, war auch einer intelligenten Finanzierung zu verdanken. „Neben den Rücklagen konnten wir zusätzlich die Förderprogramme der L-Bank nutzen“, erinnert sich Ute Hienerwadel. Ein Experte des landeseigenen Förderinstituts informierte im Rahmen einer Eigentümerversammlung über die Möglichkeiten, die die Bank offeriert. Diese werden besonders für Wohnungseigentümergemeinschaften ständig weiterentwickelt: So bietet die „Finanzierung von Wohnungseigentümer­gemein­schaften“ im Rahmen des Landeswohnraumförderprogramms „Wohnungsbau BW“ heute zinsvergünstigte Darlehen sowie einen dreiprozentigen Zuschuss bei energetischen Sanierungen zum KfW-Effizienzhaus oder bei Vorliegen eines Sanierungsfahrplans. Günstig für die Eigentümer ist dabei vor allem, dass nicht jeder einzelne einen Antrag stellen muss, sondern die Haus­verwaltung das übernehmen kann. „Die Zusammenarbeit mit der L-Bank läuft für uns und die Eigentümer unkompliziert“, freut sich Ute Hienerwadel. „Eingereichte Unterlagen werden innerhalb von sieben Tagen bearbeitet, das ist toll!“

Im April 2013 begannen die Bauarbeiten. „Auch in dieser Phase, die für Eigentümer und Bewohner naturgemäß mit Belastungen verbunden ist, fühlten wir uns gut einbezogen“, erinnert sich Beirätin Rose Thaysen. So wurden die Maßnahmen in drei Bauabschnitte unterteilt, um den Bewohnern keine Dauerbelastung zuzumuten. Einmal in der Woche gab es eine Sprechstunde an der Baustelle, bei der viele Anliegen unbürokratisch erledigt werden konnten. Nicht wenige nutzten den „Kummerkasten“, der ebenfalls eine schnelle Reaktion auf die Anliegen der Betroffenen gewährleistete. Trotz oder vielleicht wegen dieser Rücksichtnahmen konnten in nur 15 Monaten 12.500 Quadratmeter Fassade saniert und mit einer Wärmedämmung versehen werden.

Auch heute noch fährt Ute Hienerwadel manchmal „Pfarrtor-Ensemble“ vorbei und freut sich über das gelungene Projekt. „Es hat mir wieder einmal gezeigt, dass man mit Geduld und Fingerspitzengefühl die Beteiligten zusammenschweißen und wirklich etwas verändern kann.“

Das Landeswohnraumförderprogrmm „Finanzierung von Wohnungs­eigentümer­gemeinschaften“ der L-Bank unter www.l-bank.de/weg

Die Firma Dieter Kuhn Immobilienservice GmbH in Holzgerlingen gibt es seit 26 Jahren. Sie beschäftigt 18 Mitarbeiter: www.immobilienpraktiker.de

 

Finanzierung von Wohnungseigentümer­gemeinschaften

Mit dem Landeswohnraumförderprogramm „Wohnungsbau BW“ fördert das Land Baden-Württemberg im Programmteil „Finanzierung von Wohnungs­eigentümer­gemeinschaften“ Investitionen von Wohnungseigentümer­gemeinschaften in die energetische Sanierung und den barriere­reduzierenden Umbau ihres Wohnungsbestandes sowie die dortige Nutzung erneuerbarer Energien.

Der effektive Jahreszins liegt bei 0,00 Prozent. Bei energetischen Sanierungen zum Effizienzhaus oder bei Vorliegen eines Sanierungs­fahrplans gibt es zudem einen Tilgungszuschuss in Höhe von drei Prozent der zuwendungsfähigen Kosten.

Der große Vorteil der WEG-Finanzierung: Nicht der einzelne Eigentümer muss einen Antrag stellen, die Beantragung des Förderkredits erfolgt nach Beschlussfassung durch die Eigentümergemeinschaft vielmehr durch die bevollmächtigte Hausverwaltung. Es ist also nur noch ein Kreditantrag für das gesamte Vorhaben notwendig.

Dabei war Baden-Württemberg 2012 beim Start der WEG-Finanzierung als Verbandskredit das das erste Bundesland, das den Gemeinschaften entsprechende Kredite angeboten hat. Inzwischen haben auch andere Bundesländer das Modell der WEG-Finanzierung übernommen.

In einer Studie hat das ZEW Nutzung und Bedeutung der energetischen Gebäudesanierung durch WEG analysiert. Dabei zeigt die Unter­suchung aus dem Jahr 2015, dass die Förderkredite der WEG-Finanzierung die Sanierungsaktivität von Wohnungseigentümergemeinschaften merklich steigern. Mehr zur Studie unter unter www.l-bank.de/studien .