Fallbeispiel Körner Druck

Auf Papier gebaut

Hat Papier angesichts der digitalen Revolution überhaupt noch eine Zukunft? „Daran glaube ich ganz fest“, meint Tino Heer, geschäftsführender Gesellschafter der Körner Druck GmbH & Co. KG in Maichingen bei Sindelfingen. Deshalb investiert er kräftig in die Zukunft seiner Druckerei und modernisiert mit Unter­stützung der L-Bank seinen Maschinenpark.

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Seit fast 130 Jahren ist die Körner Druck GmbH & Co. KG in Maichingen bei Sindelfingen in Familienbesitz, und noch heute schaut der 78-jährige Peter Körner regelmäßig vorbei. Dabei ist die Nachfolge durch eine externe Übergabe an Jüngere bereits zur Hälfte vollzogen: 2011 hat Tino Heer 50 Prozent der Anteile übernommen, geplant sind 100 Prozent. „Meine Zukunft ist ganz auf Papier gebaut“, erläutert der aus einer Pforzheimer Druckerfamilie stammende Wirtschaftsingenieur Heer schmunzelnd. „Der Grund: Ich glaube an die Zukunft des Papiers als Werbeträger!“ Gestützt wird sein Vertrauen durch zahlreiche Studien, etwa der des renommierten E-Commerce-Center in Köln: Wenn die Inhalte genau auf die Zielgruppen zugeschnitten und die Produkte hochwertig produziert sind, erregt Gedrucktes überdurchschnittlich viel Aufmerksam­keit und hat seinen sinnvollen Platz im Kommunikationsmix von Verlagen und anderen Unternehmen.

Tino Heer setzt deshalb klare Prioritäten, seitdem er in die Firma eingestiegen ist: Das Druckhaus investiert in den Maschinenpark. Man muss, so Heer, technologisch weit vorne sein, um sich in der Branche durchzusetzen. „Nur wer in hoher Qualität und sehr flexibel arbeitet, wird langfristig Erfolg haben.“ Die Kunden, die vorwiegend aus den Bereichen Versandhandel und Einzelhandel stammen, tragen noch eine weitere Herausforderung an das Unternehmen heran: Sie sind häufig sehr preissensibel. Damit, so Heer, lässt sich das Anforderungsprofil neuer Maschinen gut ableiten: Sie müssen schnell und energieeffizient drucken sowie sich in kurzer Zeit für neue Aufträge umrüsten lassen – und nicht zuletzt muss der gesamte Produktionsprozess hoch automatisiert sein. Auch Verschwendung gilt es zu vermeiden: „Schließlich sind 55 Prozent unserer Gesamtkosten Papierkosten. Es kommt also darauf an, dass die Maschinen unterschiedliche Formate mit möglichst wenig Papierabfall drucken können.“ In der Vergangenheit hatte das Unternehmen solche Aufträge teilweise an andere Druckereien vergeben. Mit einem erweiterten Maschinenpark kann es diese heute selbst erledigen, den Umsatz im Haus behalten und darüber hinaus sogar neue Kunden gewinnen. Die Investition ist also nicht nur ein Beitrag zur ökologischen, sondern auch zur wirtschaftlichen Nachhaltigkeit. 

Mit einem Förderdarlehen der L-Bank hat Körner Druck eine neue Rollen-Offset-Druckmaschine finanziert. „Damit haben wir unseren Maschinenpark endgültig auf Zukunftskurs gebracht und wir bieten die verschiedensten Produkte in unterschiedlichen Formaten an“, so Tino Heer. „So sind wir jetzt imstande, möglichst alle Anfragen mit ‚Ja, das können wir’ zu beantworten. Denn der Kunde will alles aus einer Hand bekommen und nicht bei mehreren Druckereien anfragen müssen.“ Durch seine Hausbank wurde Heer auf das Programm „Energie­effizienzfinanzierung – Mittelstand“ (EEF) der L-Bank aufmerk­sam und fand den Förderansatz von Anfang an interessant. „Wir sind immer bereit, etwas für die Umwelt zu tun. Auch unsere im Jahr 2013 gebaute Produktionshalle verfügt bereits über eine Solaranlage.“

Das zinsgünstige EEF-Förderdarlehen der L-Bank steht allen Unter­nehmen offen, die in die effiziente Energieerzeugung und -verwendung oder in die Sanierung und den Neubau von Betriebs­gebäuden investieren möchten. Beim Antrag von Körner Druck war der CO2 -Ausstoß je gedruckter Seite entscheidend. Die neu angeschaffte Maschine benötigt um ein Viertel weniger Erdgas und senkt den Stromverbrauch um die Hälfte. Nicht nur aus Umwelt-, sondern auch aus Kostensicht erfreulich: Der Papierabfall wird durch die flexibel einstellbaren Formate um etwa ein Viertel sinken.

So sieht Tino Heer das Druckhaus gut aufgestellt im Wettbewerb. Allein im letzten Jahr wurden 25 neue Vollzeitstellen geschaffen. Insgesamt finden derzeit 190 Vollzeit- und 50 Teilzeitkräfte einen Arbeitsplatz, ein weiterer Personalaufbau ist geplant. „Körner Druck ist ein zuverlässiger und attraktiver Arbeitgeber“, so Heer. Zur Sicherung des Nachwuchses kooperiert die Firma mit der Hochschule der Medien in Stuttgart, bietet zwei Praktikanten- und zwei Diplomanden-Plätze an. Absolventen aller Schulzweige erhalten die Möglichkeit, im Rahmen von Schnuppertagen die Ausbildung kennenzulernen.

Tino Heers Fazit ist positiv: „Ich bin nicht nur aus Sicht der verbesserten Energieeffizienz froh, dass es das EEF-Programm gibt“, so Heer. „Denn in Ostdeutschland und Osteuropa wird ebenfalls viel gefördert – deshalb ist es wichtig und gut, dass die L-Bank auf diese Weise baden-württembergische Unternehmen unterstützt.“

Weitere Informationen zum Unternehmen unter: www.koerner-druck.de

Weitere Informationen zum Energieeffizienzprogramm – Mittelstand unter: www.l-bank.de/eef-mittelstand