Fallbeispiel Sanitätshaus Weinmann

Innovationen durch Fördermittel voranbringen

Das Sanitätshaus Weinmann hat sich in einem dynamischen Wettbewerb nicht nur behauptet, sondern ist vielmehr stark gewachsen – dank einer konsequenten Innovationsstrategie und Fördermitteln der L-Bank.

Wenn der Markt sich wandelt, muss ein Unternehmer Schritt halten, sonst gerät er ins Hintertreffen. „Besser ist es jedoch voranzugehen“, ist Jörg Weinmann, Inhaber des Sanitätshauses Weinmann in Ebersbach/Fils, überzeugt. Ein Prinzip, das seinem Unternehmen offensichtlich sehr gutgetan hat. 1995 übernahm er zusammen mit seiner Frau den elterlichen Handwerksbetrieb und baute ihn mit damals fünf Mitarbeitern zu einem Dienstleister für Gesundheit aus. 76 Beschäftigte mit so unterschiedlichen Berufen wie Orthopädietechniker, Krankenpfleger, Industrie­mechaniker und Physio­therapeut haben heute ihre Arbeitsplätze „beim Weinmann“.

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Wer den gelernten Orthopädietechniker-Meister besucht, findet ihn meist bei seinem neuesten Innovations­projekt, einem digitalen Scanner. Statt der klassischen Gipsabdrücke sollen Gliedmaße in Zukunft digital vermessen werden. Mit den Daten lassen sich Prothesen dann computergesteuert herstellen. „Für die Patienten hat das den Vorteil, dass die Messungen schnell gehen und zu sehr gut angepassten Prothesen führen“, so Wein­mann. Ein weiterer Vorteil: „Wir können unsere Fachkräfte, die bisher mit der Erstellung der Gipsabdrücke sehr gebunden waren, nun verstärkt für die Beratung einsetzen.“ Die Einführung dieser Innovation ist mit erheblichen Investitionen verbunden: Testreihen müssen aufgebaut und verschiedene Verfahren immer wieder verglichen werden, bis die neue Technologie optimal und stabil funktioniert und sich beginnt, bezahlt zu machen.

Das wird rund ein Jahr dauern, schätzt Weinmann. Ein Zeitraum, den er gelassen sieht, da er das Förderprogramm „Innovationsfinanzierung“ der  L-Bank in Anspruch genommen hat. Mit diesem noch jungen Programm können kleine und mittlere Unternehmen, die ein neues Produkt bzw. Produktionsverfahren entwickeln oder weiterentwickeln wollen, mit einem Förderdarlehen der L-Bank ihre Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (F&E) zu besonders günstigen Konditionen finanzieren. Grundlage ist das KfW-ERP-Innovationsprogramm, das mit weiteren Vergünstigungen, wie zum Beispiel einem 1-prozentigen Tilgungs­zuschuss, noch attraktiver ausgestattet wurde. Für die baden-württem­bergischen Unternehmen bündelt die L-Bank auf diese Weise Landes- und Bundesfördermittel für Innovationsvorhaben in einem einzigen, günstigen Förderprodukt.

Jörg Weinmann hat mit Förderprogrammen der L-Bank schon viele gute Erfahrungen gemacht: „Wir prüfen bei jeder Maßnahme, ob Programme der L-Bank für die Finanzierung infrage kommen.“ Das war schon so bei der Firmenübernahme, die mit Hilfe eines Gründerdarlehens der L-Bank finanziert wurde. Auch der Bau des neuen Firmengebäudes, das aktuell in Göppingen errichtet wird, wird mit einer von der L-Bank verbilligten „Ressourceneffizienzfinanzierung“ gefördert.

„Wichtig dafür ist natürlich, dass man die Zahlen im Griff hat“, so Weinmann. Im Laufe der Jahre konnte er lernen, wie man auch die Banken, die die Förderdarlehen von der L-Bank zu den Unternehmen durchleiten, ins Boot holt. „Man muss die Banken regelmäßig mit aussagekräftigen Daten füttern – und das nicht erst, wenn man eine Finanzierung braucht.“ Dadurch wird die Situation im Unternehmen transparent. „Die Banken teilhaben lassen“, nennt Weinmann dieses Prinzip, mit dem er gute Erfahrungen gemacht hat.

Mit dieser Finanzierungs- und Innovationsstrategie ist Weinmann zuversichtlich, auch kommende Herausforderungen zu meistern. Der Markt für Gesundheitsprodukte und -dienstleistungen wächst, gleichzeitig ist ein Konzentrationsprozess festzustellen: Kleinere Unternehmen haben es zunehmend schwerer. Wer überleben will, muss wachsen und intelligent im Markt agieren. Jörg Weinmann hat auf diese Herausforderung schon früh reagiert und bereits 1999 einen Einkaufsverbund gegründet, mit dem auch kleinere Unternehmen zu guten Konditionen einkaufen können. Das Thema Beratung treibt er zum Beispiel mit einer 24-Stunden-Hotline voran, denn Patienten verweilen in Krankenhäusern immer kürzer und benötigen Ansprechpartner von Gesundheitsmitteln wie Prothesen, Maßschuhen und Einlagen. Besondere Sprechstunden gibt es rund ums Thema Wundmanagement.

Filialen gründet der Unternehmer immer dort, wo es schon verwandte Dienstleistungen gibt, beispielsweise in einem Versorgungszentrum, das an ein Ärztehaus angeschlossen ist. Dort kann sich das Sanitätshaus „andocken“, wie Jörg Weinmann es nennt, und Teil eines geschlossenen Gesundheitskreislaufes werden. Dem Fachkräftemangel tritt er mit eigener Ausbildung entgegen und beteiligt sich darüber hinaus an Wettbewerben. Mit der Verleihung des „Youngster Preis Awards“ und der Auszeichnung als „Top Dienstleister“ etablierte sich das Sanitätshaus als innovativer und guter Arbeitgeber und konnte zahlreiche Bewerbungen generieren.

Und Jörg Weinmann schaut gern über den Tellerrand der eigenen Firma hinaus: Er ist als Handelsrichter beim Landgericht tätig und unterstützt ein Hilfsprojekt in Nicaragua mit medizinischer Ausrüstung. Auch diese Aktivitäten geben ihm immer wieder Impulse für zukunftsweisende Ideen zu Hause an der Fils.

Sanitärhandel Weinmann: www.sh-weinmann.de
Innovationsfinanzierung: www.l-bank.de/innovationsfinanzierung
Ressourceneffizienzfinanzierung: www.l-bank.de/ref