Fallbeispiel Segelmacherei Egner / Landenberger OneDesign

Mit kluger Navigation und starkem Rückenwind zum eigenen Unternehmen

Felix Egner schmunzelt, wenn er von der Übernahme seines Unternehmens erzählt. „Das hört sich alles so an, als hätte ich die ganze Zeit nur Rückenwind gehabt“, staunt er selbst und will gleich korrigieren. „Aber gelegentlich hat mir der Wind auch ins Gesicht geblasen und es mussten einige Klippen umschifft werden.“ Dabei half ihm auch die Gründungsfinanzierung der L-Bank.

Klicken Sie hier, um die Bildergalerie zu öffnen. Links im Bild Inhaber Felix Egner, recht eine Abbildung einer Nhmaschine.

Als Felix Egner im Jahr 2004 in das Unternehmen von Andrew Landenberger eintrat, wusste er noch nicht, dass dieser Kurs ihn zehn Jahre später zum eigenen Unternehmen lotsen würde. „Ich wollte nach meiner Ausbildung zum Segelmacher den Betrieb wechseln, um etwas Neues kennenzulernen“, erinnert sich der heute 35-Jährige an seinen Eintritt in die Segelmacherei Landenberger OneDesign. In den ersten Jahren arbeiteten er und der Inhaber, Andrew Landenberger, nicht nur im Unternehmen zusammen. Sie segelten auch gemeinsam und wurden sogar Weltmeister. 2007 übernahm Egner die Geschäftsführung und navigierte das Unternehmen so erfolgreich, dass ihm der Inhaber 2014 die 1987 gegründete Firma schließlich zum Kauf anbot. Landenberger übergab 2016 das Unternehmen, das seit diesem Zeitpunkt Segelmacherei Egner / Landenberger OneDesign heißt.

Starken Gegenwind musste Egner noch als Geschäftsführer meistern, als 2007 die ersten Zeichen der Wirtschaftskrise aufkamen. „Ein neues Segel gehört in diesen Zeiten natürlich zu den Dingen, die ein Freizeitsportler als Erstes von der Liste seiner Ausgaben streicht.“ Hier kamen ihm seine Erfahrungen aus dem Segelsport zugute: „Als ich mit den Wettbewerben begann, hatte ich oft schnell keine Lust mehr, wenn es nicht gleich gut lief“, erinnert er sich heute. „Wenn man aber viele Wettbewerbe mitmacht, merkt man, dass man auch nach einem schlechten Start noch aufholen und doch gewinnen kann.“ So schaffte er auch diesen schwierigen Start und sieht rückblickend nicht nur Negatives darin: „Man hinterfragt mehr, wie die Dinge organisiert sind und überlegt stärker als im normalen Geschäftsbetrieb, was man noch besser machen könnte.“

Gegen eine Flaute hatte er anzukämpfen, als er zur Finanzierung des Kaufpreises einen Finanzierungspartner suchte, der das Geschäftsmodell und den Markt verstand. „Irgendwann habe ich es so gemacht, wie ich dachte, dass es richtig ist, und dann hat es auch geklappt.“ Den Kaufpreis finanzierte er über seine Hausbank mit einem Förderdarlehen der L-Bank aus der „Gründungsfinanzierung“. Mit diesem Programm unterstützt die L-Bank Existenzgründungen, Übernahmen und Vorhaben junger Unternehmen bis zu fünf Jahre nach Gründung.

Derzeit sind die Auftragsbücher mehr prall gefüllt, so dass Felix Egner und seine fünf Mitarbeiter voll ausgelastet sind. Dennoch segelt er auch heute noch gelegentlich, um präsent zu bleiben. „Die Szene ist klein, da kennt man sich.“ So kann er auch seine eigenen Segel testen und beobachten, was sich tut und welche Entwicklungen es bei den Seglern und bei den Wettbewerbern gibt. Gut für die Eigenwerbung ist natürlich, wenn Egner-Produkte bei den vorderen Platzierungen in den Wettbewerben dabei sind. „Wichtig ist nicht unbedingt, dass die Boote mit unseren Angeboten gewinnen. Aber wenn man in einer Klasse acht von zehn Booten hat, die bei uns einkaufen, dann heißt das schon was.“

Und woran erkennt man ein wirklich gutes? „Ein gutes Segel macht vor alles das, was der Bootsführer will“, nennt Egner als wichtigstes Kriterium. Daneben sind die Haltbarkeit und das Design entscheidende Argumente, mit denen man bei den Sportseglern punkten kann. „Der ambitionierte Freizeitsegler will das, was auch der Profi hat“, so Egner. „Und das bekommt er von uns.“

Die Website des Unternehmens: http://landenberger-onedesign.com
Das Förderprogramm „Gründungsfinanzierung“ der L-Bank: www.l-bank.de/gruendungsfinanzierung