Förderung durch Kreditfinanzierung

Förderkredite in Mrd. Euro


2015 8,5
2014
7,0
2013
5,5

Förderdarlehen sind und bleiben vom Umfang her das wichtigste Instrument in unserem Förder-Werkzeugkasten. Unsere Darlehensangebote in der Wirtschafts-, Wohnraum- und Infrastrukturfinanzierung entwickeln wir dabei stetig weiter. Trotz des allgemein niedrigen Zinsniveaus hat die L-Bank in der Wirtschaftsförderung einen neuen Förderrekord aufgestellt und so viele Förderkredite ausgereicht wie noch nie.

Wohnraumförderung – frische Impulse für den sozialen Wohnraum

Die L-Bank ist der größte Wohnraumfinanzierer unter allen Landesförderinstituten. Das Jahr 2015 zeichnete sich durch zahlreiche Programmverbesserungen in der Landeswohnraumförderung aus. Das hatte zur Folge, dass die Wohnraumförderung um über 9 Prozent gesteigert werden konnte. Die L-Bank vergab für den Bau, Erwerb und die Modernisierung von Wohnungen Kredite und Zuschüsse in Höhe von 2,2 Milliarden Euro.

Wohnraumförderung 2015 – 2,2 Mrd. EUR Volumen
Mietwohnraum
Wohneigentum
Wohnungseigentümer-
gemeinschaften
657,9 Mio EUR
1.486,3 Mio EUR 23,9 Mio EUR
Wohnraumförderung 2015 – 36.738 Wohneinheiten
Mietwohnraum (davon 859 Wohneinheiten für Flüchtlinge)
Wohnungseigentümer-
gemeinschaften
Wohneigentum (davon 8.051 für Familien)
7.100
3.333
26.305

Für den Bau und Erwerb von selbstgenutztem Wohneigentum wurden Kredite und Zuschüsse in Höhe von 1,5 Milliarden Euro bewilligt. Bei der Finanzierung von Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG) wurden Kredite in Höhe von knapp 24 Millionen Euro für 3.333 Wohneinheiten ausgegeben. Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) hat in einer aktuellen von der L-Bank beauftragten Studie den Förderansatz für energetische Modernisierungen durch WEG, den Baden-Württemberg 2012 als erstes Bundesland einführte, untersucht. Die Absicherung der Kreditrisiken ist bei der WEG-Finanzierung der Schlüssel zum Erfolg, da diese in der Regel ein entscheidendes Finanzierungshemmnis darstellen. Im Rahmen des baden-württembergischen WEG-Förderprogramms können WEG zur Finanzierung energetischer Sanierungen deshalb bei der L-Bank Verbandskredite beantragen, die über eine Landesbürgschaft abgesichert werden.

Sowohl die Studie als auch die stark wachsende Nachfrage bei der L-Bank bestätigen, dass dieses Modell den richtigen Hebel bietet, um die dringend anstehende Modernisierung älterer WEG-Immobilien auf den Weg zu bringen. Für WEG lohnt sich die Investition nicht nur wegen des Energieeinsparpotenzials und des höheren Wohnkomforts. Eine Modernisierung ist ein wesentlicher Beitrag zum Werterhalt der Immobilien und wird damit auch zu einem Baustein in der privaten Altersvorsorge.

10 Jahre Wohnraumförderung – in Mio. EUR


2015 2.168,0
2014
1.985,9
2013
2.229,9
2012
1.476,1
2011
1.065,8
2010
1.406,7
2009
1.112,5
2008
1.073,6
2007
554,5
2006
566,8

Um dem steigenden Bedarf an bezahlbarem Wohnraum nachzukommen, wurde das Landeswohnraumförderungsprogramm nicht nur deutlich aufgestockt, sondern auch neu ausgerichtet. Insbesondere wegen des kurzfristig zu erwartenden stark ansteigenden Bedarfs an bezahlbarem Wohnraum – gerade in den Verdichtungsräumen des Landes – lag der Schwerpunkt auf der Förderung des sozialen Mietwohnungsbaus.

Nachdem die L-Bank bereits in den vergangenen zehn Jahren insgesamt 3,0 Milliarden Euro an Förderkrediten für den Bau und die Modernisierung von Mietwohnungen im Land bereitgestellt hatte, kamen alleine 2015 rund 660 Millionen Euro für Mietwohnraum dazu.

Über das Landeswohnraumförderungsprogramm, das Programm Wohnraum für Flüchtlinge und die L-Bank-eigenen Programme für Mietwohnungsbau wurden 2015 auf diese Weise nahezu 7.100 Wohneinheiten errichtet und modernisiert. Mit dem zu Jahresbeginn 2015 eingeführten Zusatzprogramm Wohnraum für Flüchtlinge wurde den Kommunen ein schlankes Förderverfahren zur schnellen Milderung der Wohnungsnot zur Verfügung gestellt, das das bewährte Landeswohnraumförderungsprogramm zur Förderung von sozialem Wohnungsbau effektiv und temporär ergänzt. Durch den Einsatz ihrer effizienten Bankinfrastruktur konnte die L-Bank bei der gesellschaftlich so dringlichen Aufgabe der Flüchtlingsintegration einen Beitrag leisten.

Infrastrukturförderung – Förderschub für Bürgerwindparks
Neue Energien – Bürgerwindparks
Direktfinanzierung für das Land Kommunale Investitionskredite
Weitere Finanzierungen
91,6 Mio EUR
2.780,9 Mio EUR
136,1 Mio EUR
60,5 Mio EUR

2015 war ein Rekordjahr beim Ausbau der Windkraft im Südwesten: so wurden im vergangenen Jahr mit knapp 150 Megawatt so viel Leistung zur Stromerzeugung mit Windkraft installiert wie noch nie. Mit 50 neuen Windrädern ist die installierte Leistung auf insgesamt fast 700 Megawatt gestiegen.

Innerhalb von Baden-Württemberg entwickelt sich die Region Hohenlohe mehr und mehr zum Boomstandort der Windkraft, denn allein in diese Region sind im Jahr 2015 schon über 80 Millionen Euro für Bürgerwindparks geflossen. Die Förderung der L-Bank stärkt wie in Hohenlohe insbesondere lokale Initiativen – Bürger können gemeinsam eine Windkraftanlage betreiben. Die Besonderheit, dass auch Genossenschaften gefördert werden können, erleichtert es vor allem den Kommunen, denn die Rechtsform schafft Akzeptanz bei den Bürgern und ermöglicht so eine Handlungsoption für die Gemeinden.

In der allgemeinen Infrastrukturförderung bietet der Investitionskredit Kommune direkt den Kommunen Baden-Württembergs ein regelrechtes Allroundwerkzeug. Seine Vielseitigkeit zeigt sich gerade auch in der aktuellen Aufgabe der Flüchtlingsunterbringung: Kommunen können damit schnell, flexibel und langfristig den Bau von Flüchtlingsunterkünften finanzieren.

Wirtschaftsförderung – Förderrekord für Gründer und Mittelständler
Landwirtschaft
Mittelstand
Existenzgründer
171,5 Mio EUR
2.458,8 Mio EUR
609,1 Mio EUR

Die Fördernachfrage war so hoch wie noch nie in der Geschichte der L-Bank – auch im Vergleich zur Entwicklung in anderen Bundesländern ist der Anstieg in Baden-Württemberg überdurchschnittlich. Die Entwicklung kann als Signal dafür gesehen werden, dass Baden-Württemberg als Standort sowohl für den Mittelstand als auch für junge Unternehmen attraktiv ist und die Förderangebote der L-Bank unternehmerische Wachstumspläne effektiv und effizient unterstützen.

10 Jahre Wirtschaftsförderung durch Kredite und Zuschüsse – in Mio EUR


2015 3.547,4
2014
2.962,7
2013
3.211,5
2012
3.057,6
2011
2.555,7
2010
2.237,6
2009
2.721,7
2008
3.298,5
2007
3.083,4
2006
2.934,8

Der baden-württembergische Mittelstand ist ein Jobmotor – und er wird dies auch bleiben. Dafür spricht die erfreuliche Entwicklung in den Förderprogrammen für Investitionsprojekte: Im L-Bank-Flaggschiffprodukt Wachstumsfinanzierung und in der Investitionsfinanzierung wurden zusammen 1,2 Milliarden Euro zugesagt, 9,4 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Über alle Programme der Mittelstandsförderung hinweg wurden mehr als 5.200 zinsgünstige Kredite an 4.574 Betriebe ausgereicht. Die Schaffung von ca. 6.400 neuen Arbeitsplätzen konnte so unterstützt, rund 216.000 Arbeitsplätze konnten nachhaltig gestärkt werden.

9.957 geförderte Betriebe
Landwirte bzw. landwirtschaftliche Vorhaben
Finanzhilfen
Existenzgründungen
Etablierte Unternehmen
670
1.805

2.908
4.574
Effekte unserer Wirtschaftsförderung 2015
 
Bestehende Arbeitsplätze abgesichert
248.721
Neue Arbeitsplätze unterstützt
10.717

Im Jahresverlauf 2015 haben wir unsere Förderangebote weiterentwickelt und ergänzt. Zum einen wurde ein eigener Förderschwerpunkt Innovation mit dem Kreditprogramm Innovationsfinanzierung und dem Bürgschaftsprogramm InnovFin 70 aufgebaut. Mit Blick auf die Herausforderungen, die der Mittelstand bei der Digitalisierung der Wirtschaft meistern muss, haben wir unser Portfolio erweitert. Speziell auf die Finanzierungsbedürfnisse dieser Problemstellung ausgelegt, schaffen die beiden kombinierbaren Instrumente neue Spielräume bei der Finanzierung von innovativen Produkten, Produktionsprozessen und Dienstleistungen. Zum anderen wurde gleich zu Beginn des Jahres 2015 die erfolgreiche Energieeffizienzfinanzierung für Mittelständler zur Ressourceneffizienzfinanzierung erweitert. Die neuen Facetten Materialeffizienz und Umwelttechnik fördern die Einsparung von betrieblichen Ressourcen und leiten Investitionen gezielt in den betrieblichen Umweltschutz. Mit diesem Programm unterstützt die L-Bank die Innovationsstrategie der Landesregierung, die großes Gewicht auf die Schonung von Ressourcen legt.

Eine gute wirtschaftliche Lage, attraktive Chancen in renommierten Unternehmen und eine hohe Arbeitsplatzsicherheit – die volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Baden-Württemberg sprechen nicht unbedingt für die Gründung eines eigenen Unternehmens. Erfreulicherweise wurde die Gründungsförderung trotzdem stark nachgefragt. Damit bestätigt sich die in der jüngst veröffentlichten GAW-Studie zur Gründungsförderung aufgezeigte Tendenz zur Chancengründung auch in den aktuellen Förderzahlen. Gründer müssen nicht, sie wollen gründen und tun dies auch. Das sind beste Voraussetzungen, sich am Markt dauerhaft zu etablieren. Das Fördervolumen ist 2015 sprunghaft um 24,7 Prozent gestiegen und erreichte 609 Millionen Euro. Annähernd 3.000 Gründer wurden von der L-Bank unterstützt. Kein anderes Landesförderinstitut vergibt Jahr für Jahr so viele Fördermittel für Gründer. Darauf sind wir stolz, unsere Gründungsförderung setzt sichtbar markante Akzente für unser Land.