Das risikogerechte Zinssystem
Die Grundidee
- Unternehmen und Hausbank vereinbaren einen individuellen Zinssatz für das Förderdarlehen.
- Bonität des Unternehmens und Besicherung des Darlehens sind dabei die entscheidenden Faktoren für die Höhe des Zinssatzes.
- So spiegeln die Zinsen die individuellen Ausfallrisiken des Darlehens wider. Die Zinsen sind risikogerecht.
Die drei Grundelemente
Das Grundgerüst des risikogerechten Zinssystems besteht aus
- sieben Bonitätsklassen
- drei Besicherungsklassen
- neun Preisklassen.
Die Preisklassen A bis I
Die L-Bank unterscheidet die Preisklassen A bis I für die Zinsen der Förderdarlehen.
- Die Preisklassen bilden unterschiedliche Risikograde für die Hausbanken ab: geringes Risiko bei Preisklasse A, hohes Risiko bei Preisklasse I.
- Die Preisklassen beruhen auf verschiedenen festgelegten Kombinationen aus Bonität des Unternehmens und Besicherung des Kredits.
- Die L-Bank gibt für jede Preisklasse eine Zinsobergrenze vor.
So funktioniert's
Hausbank und Unternehmen vereinbaren gemeinsam, im Rahmen der Vorgaben der L-Bank, den Zinssatz für das Förderdarlehen, wenn das Unternehmen den Förderantrag stellt.
- Die Bonitätsklasse legt die Hausbank fest, nachdem sie die wirtschaftlichen Verhältnisse des Unternehmens geprüft hat (Rating).
- Die Besicherungsklasse legt die Hausbank fest, nachdem sie die Werthaltigkeit der gestellten Sicherheiten bestimmt hat.
- Die Preisklasse für das Darlehen ergibt sich aus der Kombination von Bonitäts- und Besicherungsklasse.
- Der individuelle Zinssatz liegt innerhalb dieser Preisklasse, in der Regel unterhalb der Zinsobergrenze der Preisklasse. Ausschlaggebend ist die Platzierung in der zugrunde liegenden Bonitäts- und Besicherungsklasse.
Förderprogramme der L-Bank mit risikogerechtem Zinssystem
- Agrar- und Ernährungswirtschaft
- Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR-Programm) mit ELR-Kombi-Darlehen
- Gründungs und Wachstumsfinanzierung (GuW) (bis 31.03.2011)
- Gründungsfinanzierung (ab 01.04.2011)
- Investitionsfinanzierung (bis 31.03.2011: L-Bank-Invest)
- Landwirtschaft
- Liquiditätskredit (bis 31.03.2011: Liquiditätshilfe)
- Neue Energien - Energie vom Land
- Regionalfinanzierung (bis 31.03.2011: Regionalförderprogramm)
- Technologiefinanzierung (bis 31.03.2011: Technologieförderprogramm)
- Tourismusfinanzierung (bis 31.03.2011: Tourismusförderprogramm)
- Umweltfinanzierung (bis 31.03.2011: Umweltschutz- und Energiesparförderprogramm)
- Wachstumsfinanzierung (ab 01.04.2011)
Förderprogramme der L-Bank ohne risikogerechtes Zinssystem
Nicht angewendet wird das risikogerechte Zinssystem in dem Programm:
- Startfinanzierung 80 (bis 31.03.2011: Starthilfe Baden-Württemberg)
Hier ist ein Zinsaufschlag bis maximal 0,5 Prozentpunkte möglich.

