Finanzierung Familienzuwachs – Optionsdarlehen neu

  • Förderung von Wohneigentum, wenn keine Basisförderung der Eigentumsfinanzierung BW möglich ist
  • Langfristiges Darlehen der L-Bank zu attraktiven Kapitalmarktkonditionen
  • Bei Familienzuwachs zusätzliche Zinsverbilligung sowie Tilgungszuschuss als ergänzende Förderung

Damit auch Familien, die die strengeren Fördervoraussetzungen für die Basisförderung der Eigentumsfinanzierung BW – Z 15-Darlehen (derzeit) nicht erfüllen, eine Förderung bekommen können, sieht das Förderprogramm Wohnungsbau BW 2018/2019 die Finanzierung Familienzuwachs – Optionsdarlehen neu als Alternative vor.

Die Antragsteller bekommen mit dem Optionsdarlehen neu ein direkt von der L-Bank ausgerichtes, langfristiges Darlehen zu attraktiven Kapitalmarktkonditionen. Verknüpft mit diesem Darlehen ist die eigentliche Förderung. Diese besteht in der Chance, nach der Geburt eines (weiteren) Kindes eine zusätzliche Zinsverbilligung zu erhalten (Ergänzungsförderung). Ab dem dritten hinzukommenden Kind wird ein anstatt der Zinsverbilligung ein Tilgungszuschuss gewährt. Dafür müssen die Familien aber nach der Geburt des Kindes die strengeren Fördervoraussetzungen erfüllen, die für die Basisförderung gelten. Außerdem muss das Förderprogramm Wohnungsbau BW, das zu diesem Zeitpunkt gilt, eine solche Förderung vorsehen.

Wer wird von uns gefördert?

Die Finanzierung Familienzuwachs – Optionsdarlehen neu richtet sich an Personen, die Wohneigentum bauen oder erwerben wollen, aber derzeit keine Basisförderung in der Eigentumsfinanzierung BW erhalten können:

  • Kinderlose Paare und Alleinstehende, bei denen keine der Personen älter als 45 Jahre ist
  • Familien mit minderjährigen Kindern, deren Einkommen die zulässigen Einkommensgrenzen für die Basisförderung überschreiten

Einen Förderantrag stellen können Bauherren, Erwerber oder Eigentümer, die die geförderte Immobilie auch selbst bewohnen. Sie dürfen für ihre aktuelle oder zukünftige Familiensituation noch kein angemessenes Wohneigentum besitzen. Der Haushalt muss einen Teil der Kosten mit Eigenmitteln finanzieren können. Außerdem muss er die finanzielle Belastung aus dem Optionsdarlehen neu auf Dauer tragen können ( Belastungstabelle ).

Um die Ergänzungsförderung für das Optionsdarlehen neu zu erhalten, müssen die Familien weitere Voraussetzungen erfüllen:

  • Innerhalb von 6 Jahren kommt mindestens ein weiteres Kind zum Haushalt dazu.
  • Die Einkommensgrenzen für die Basisförderung werden eingehalten.

Diese Voraussetzungen müssen zu dem Zeitpunkt erfüllt sein, wenn der Haushalt die Ergänzungsförderung beantragt. Für die Einkommensgrenzen gelten die Werte des dann gültigen Förderprogramms Wohnungsbau BW. Wie hoch die Einkommensgrenzen derzeit sind, können Sie im Merkblatt zur Eigentumsfinanzierung BW – Basisförderung nachlesen.

Beachten Sie bitte: Falls das dann gültige Förderprogramm Wohnungsbau BW eine Ergänzungsförderung nicht vorsieht, stehen keine Mittel für eine Zinsverbilligung zur Verfügung. In diesem Fall können Sie keine Ergänzungsförderung bekommen, auch wenn Sie die vorgenannten Voraussetzungen erfüllen.

Was wird von uns gefördert?

Mit der Finanzierung Familienzuwachs – Optionsdarlehen neu werden gefördert:

  • Bau und Erwerb neuer Wohnhäuser oder Eigentumswohnungen
  • Erwerb gebrauchter Wohnhäuser oder Eigentumswohnungen
  • Änderungs- und Erweiterungsmaßnahmen an bestehenden Gebäuden zur Schaffung neuen Wohnraums

Als neu gelten Immobilien innerhalb von vier Jahren nach Bezugsfertigkeit. Immobilien, die vor mehr als vier Jahren bezugsfertig geworden sind, gelten entsprechend als gebraucht.

Für eingereichte Förderanträge gelten die anzuwendenden Vorgaben der EnEV.

Alle geförderten Immobilien müssen von dem oder den Antragsteller(n) selbst bewohnt werden und in Baden-Württemberg liegen. Die Wohnfläche darf maximal 160 groß sein.

Die Details des Optionsdarlehens neu

Sie erhalten die Finanzierung Familienzuwachs – Optionsdarlehen neu direkt von der L-Bank zu folgenden Bedingungen:

Höhe des Darlehens
  • Maximaler Bruttodarlehensbetrag: 75.000 EUR
  • Auszahlung: 100 Prozent

Mit dem Darlehen können Sie maximal die Gesamtkosten des Vorhabens finanzieren, abzüglich des erforderlichen Eigenmittel.

Eigenmittel

Sie müssen grundsätzlich 25 Prozent des Gesamtkosten mit eigenen Mitteln finanzieren. Wird das Optionsdarlehen neu erstrangig besichert, sind in der Regel mindestens 15 Prozent Eigenmittel erforderlich. 8,5 Prozent der geforderten Eigenmittel müssen Eigenkapital (zum Beispiel Spar- oder Bausparguthaben) sein. Der Rest kann über handwerkliche Eigenleistungen erbracht werden.

Zinssätze
  • Der Sollzins wird zum Zeitpunkt der Zusage durch die L-Bank festgelegt.
  • Die Sollzinsen sind für 15 Jahre gebunden.
  • Zinstermine: monatlich nachträglich zum Monatsende
  • Bereitstellungszinsen: 0,25 Prozent pro Monat ab der 7. Woche nach Darlehenszusage durch die L-Bank auf noch nicht ausgezahlte Bruttodarlehensbeträge
Tilgung
  • Wahlweise 1, 2 oder 3 Prozent pro Jahr aus dem Bruttodarlehensbetrag
  • In gleichbleibenden Annuitäten (Summe aus Tilgungs- und Zinszahlungen) jeweils zum Monatsende
Sicherheiten

Absicherung durch Grundpfandrechte in Höhe des Bruttodarlehensbetrags. Eine nachrangige Besicherung des L-Bank-Darlehens ist möglich. Dann müssen Sie jedoch mehr Eigenmittel einsetzen.

Die Details der Ergänzungsförderung

Bei Familienzuwachs können zusätzlich die Sollzinsen des Optionsdarlehens neu verbilligt werden:

  • 0,85 Prozent p.a. für das erste hinzukommende Kind
  • 0,95 Prozent p.a. für das zweite hinzukommende Kind, insgesamt also 1,80 Prozent p.a.

Ab dem dritten hinzukommenden Kind wird ein Tilgungszuschuss gewährt:

  • 5.500 Euro für das dritte hinzukommende Kind
  • 4.000 Euro für das vierte hinzukommende Kind
  • 2.500 Eure für jedes weitere hinzukommende Kind

Eine entsprechende Zinsverbilligung wird nur insoweit gewährt, als sie tatsächlich noch vorgenommen werden kann (Verbilligung des Sollzinssatzes maximal auf 0,00 Prozent p.a.).

Die Zinsverbilligung sowie der Tilgungszuschuss müssen separat beantragt werden. Wenn die Fördervoraussetzungen erfüllt sind und die L-Bank die Ergänzungsförderung zugesagt hat, wird die Annuität ab dem nächsten Monatsersten entsprechend reduziert. Diese verbilligten Sollzinsen gelten dann für die restliche Sollzinsbindungsfrist.

Die angegebene Zinsverbilligungssätze gelten nur für folgende Optionsdarlehen neu:

  • Die Darlehen wurden gemäß dem Förderprogramm Wohnungsbau BW beantragt und zugesagt.
  • Die Ergänzungsförderung für diese Darlehen wird ebenfalls während der Gültigkeit dieser Förderprogramme beantragt.

Beantragen Sie die Ergänzungsförderung erst später, gelten die Regelungen des dann gültigen Förderprogramm Wohnungsbau BW. Unter Umständen kann dieses Programm keine Mittel für eine zusätzliche Zinsverbilligung von den Optionsdarlehen neu vorsehen. Dann wird die Zinsverbilligung auch nicht gewährt.

Konditionen

Die aktuellen Sollzinssätze für die Finanzierung Familienzuwachs – Optionsdarlehen neu können Sie der Konditionenübersicht im Downloadbereich auf dieser Seite entnehmen.

Wo und wie können Sie die Optionsdarlehen neu beantragen?

Der Antrag auf die Finanzierung Familienzuwachs – Optionsdarlehen neu ist bei der Wohnraumförderungstelle des Landratsamtes bzw. in den Stadtkreisen beim Bürgermeisteramt des Ortes zu stellen, in dem sie bauen oder kaufen wollen.

Die Ergänzungsförderung muss ebenfalls bei der zuständigen Wohnraumförderungsstelle beantragt werden. Um möglichst lange von der zusätzlichen Zinsverbilligung zu profitieren, sollten Sie den Antrag gleich nach der Geburt des Kindes stellen. Bekommen Sie innerhalb von sechs Jahren mehrere Kinder, können Sie jedes Mal einen Antrag stellen.

Die Antragsunterlagen finden Sie im Download-Bereich dieser Seite.

Die Wohnraumförderungsstellen beraten und helfen beim Ausfüllen der Anträge. Sie prüfen die eingereichten Anträge und leiten sie an die L-Bank weiter.

Falls Sie sich bei einer Hausbank beraten lassen und diese beim Ausfüllen des Antrags hilft, kann die Hausbank den Antrag auf das Optionsdarlehen neu auch direkt bei der L-Bank einreichen.

Kombination mit anderen Förderprogrammen

Eine Kombination von Optionsdarlehen neu mit anderen Förderprogrammen, zum Beispiel der L-Bank oder der KfW, und mit Darlehen der Hausbank ist möglich. Die Summe der Fördermittel darf die förderfähigen Gesamtkosten des Vorhabens aber nicht überschreiten.


Downloadbereich

Download Antragsvordruck, Merkblätter und Konditionenübersicht