Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) für Unternehmen

  • Förderung von Investitionen zur Schaffung von Arbeitsplätzen, zur Sicherung der Grundversorgung und zur Schaffung von Mietwohnungen in ländlich geprägten Orten
  • Vorauswahlverfahren durch das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz
  • Anteiliger Zuschuss

Das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum bietet mittelständischen Unternehmen, die in ländlich geprägten Orten in Baden-Württemberg investieren, günstige Finanzierungsmöglichkeiten:

Änderungen zum 01.01.2015
  • Neue Verwaltungsvorschrift mit geänderten Programmbestimmungen: Reine Zuschussförderung, das heißt kein Wahlmöglichkeit mehr zwischen ELR-Zuschuss und ELR-Darlehen mit Zinsverbilliung | Keine Förderung mehr von Grunderwerbskosten, auch nicht beim Erwerb von Gebäuden
  • Anwendung der neuen Allgemeinen Gruppenfreistellungsverordnung VO(EU) Nr. 651/2014 als beihilferechtliche Grundlage

Förderung mit Mitteln aus dem EU-Fonds EFRE

Klicken Sie hier, um das Bild EFRE-Logo in größerer Darstellung zu sehen. Wort-Bild-Marke EFRE
EU-Förderperiode 2014-2020

In der neuen Förderperiode 2014-2020 werden mit den EFRE-Geldern Unternehmen auf dem Land gefördert, die technologisch führend sind. Dafür steht im ELR-Programm der Förderbaustein Spitze auf dem Land zur Verfügung. Es findet regelmäßig eine Ausschreibung statt, bei der sich die Unternehmen über ihre Gemeinden bewerben können.

Hilfestellungen für die Antragstellung und das weitere Förderverfahren finden Sie auf der Website zur EFRE-Förderung im Land unter www.efre-bw.de .


Hintergrundinformationen zur EU-Strukturförderung des EFRE finden Sie auf einer speziellen Internetseite des Landes oder im Internetangebot der EU-Kommission .

Förderung mit Mitteln aus dem EU-Fonds ELER

Logos von ELER, LEADER, Baden-Wrttemberg

Bestimmte ELR-Vorhaben in den ausgewählten LEADER-Aktionsgebieten werden mit Geldern aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) im Rahmen des ELER-Schwerpunktes LEADER gefördert.

Mehr Informationen zur Förderung von LEADER-Projekten, zu den LEADER-Aktionsgebieten und zum LEADER- Auswahlverfahren finden Sie im Internet unter www.leader.baden-wuerttemberg.de

Wer wird gefördert?

Gewerbliche Unternehmen und Freiberufler

Gefördert werden gewerbliche Unternehmen aus Industrie, Handel, Handwerk, Tourismus und Dienstleistungssektor sowie Freiberufler und unternehmerisch tätige natürliche Personen. Als unternehmerisch tätig gilt auch, wer Wohnungen an Dritte vermietet.

Kleine und mittlere Unternehmen im Sinne der EU-Definition mit weniger als 100 Beschäftigten

Gefördert werden nur Unternehmen, die das  Kriterium der EU für kleine und mittlere Unternehmen ( KMU-Kriterium ) erfüllen, die aber zusätzlich weniger als 100 Beschäftigte (in der Unternehmensgruppe) haben.

Was wird gefördert?

Investitionsvorhaben zur Schaffung von Arbeitsplätzen und zur Sicherung der Grundversorgung

Investitionen von Unternehmen werden in den beiden ELR-Programmschwerpunkten Arbeiten und Grundversorgung gefördert.

Gibt Information über Förderschwerpunkt und geförderten Vorhaben
 Förderschwerpunkt
 geförderte Vorhaben
 Arbeiten
  • Standortverlagerung aus Gemengelage
  • Reaktivierung von Gewerbe- und Militärbrachen
  • Umnutzung bestehender Gebäude
  • Neuansiedlung von Unternehmen (auch Gründung)
  • Erweiterung bestehender Betriebe
Grundversorgung
  • Neubau von Gebäuden (zum Beispiel Läden, Büros, Praxen)
  • Umbaumaßnahmen
  • Umnutzung von Gebäuden

Außerdem werden Maßnahmen zur Schaffung von Mietwohnungen im Förderschwerpunkt Wohnen gefördert, für die das EU-Beihilferecht anzuwenden ist. Die entsprechende Einstufung wird im Rahmen der Einplanung vorgenommen.

Vorhaben in ländlich geprägten Orten

Der Investitionsort muss in Baden-Württemberg in ländlich geprägten Orten liegen. Auf den Sitz des investierenden Unternehmens kommt es nicht an.

Welche Gemeinden als ländlich geprägte Orte gelten, ist nicht abschließend definiert. Orte, die zum ländlichen Raum nach der Definition des Landesentwicklungsplans gehören, kommen grundsätzlich für eine Förderung in Frage. Solche Orte müssen auch nicht unbedingt ländlich geprägt sein. Das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz entscheidet im Einzelfall, ob ein Vorhaben förderfähig ist oder nicht.

Vom MLR ausgewählte (eingeplante) Vorhaben

Die L-Bank kann nur Vorhaben finanzieren, die vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz in das ELR-Programm aufgenommen (eingeplant) wurden. Dafür müssen die Unternehmen in einem ersten Schritt das Vorhaben über ihre Gemeinde beim Ministerium anmelden. Mehr zum Antragsverfahren im ELR-Programm erfahren Sie unten im Abschnitt Antragsverfahren oder bei den Regierungspräsidien .

Förderfähige Ausgaben: Investitionskosten
  • Ausgaben für den Erwerb von Gebäuden (ohne Grund und Boden)
  • Ausgaben für Baumaßnahmen (Neubau, Umbau, Erweiterung)
  • Ausgaben für Maschinen und Betriebseinrichtungen

Nicht finanziert werden Grunderwerb, Kraftfahrzeuge mit Straßenverkehrszulassung, Warenlager und Betriebsmittelbedarf.

Wie wird gefördert?

Art der Finanzierung

Die Unternehmen erhalten einen anteiligen Zuschuss direkt von der L-Bank.

Ab 2015 werden nur noch ELR-Zuschüsse gewährt. Die Unternehmen können den restlichen Finanzierungsbedarf mit einem ELR-Kombi-Darlehen oder mit einem Darlehen der Ressourceneffizienzfinanzierung – ELR-Kombi finanzieren. Dies gilt nicht für wohnwirtschaftliche Vorhaben.

Höhe der Förderung: ELR-Fördersätze

Das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz bestimmt bei der Einplanung für jedes Unternehmen und sein Vorhaben, wie hoch der Zuschuss sein kann. Dazu gibt es auch an, wie viel Prozent der als förderfähig anerkannten Investitionssumme mit dem Zuschuss finanziert werden können (so genannter Fördersatz). Der Zuschuss ist aber auf den eingeplanten Betrag gedeckelt.

Überblick über die Fördersätze ab Programmjahr 2008
Die maximal mögliche Förderung  
 Programmschwerpunkt  Maximaler Fördersatz
Maximaler Zuschuss
 Grundversorgung 20 %
 200.000 EUR
Arbeiten – Vorhaben mit besonderer struktureller Bedeutung, zum Beispiel
  • Verlagerung aus Gemengelage
  • Umnutzung
  • Reaktivierung von Gewerbebrachen
15 %
 200.000 EUR
Arbeiten – übrige Vorhaben, zum Beispiel
  • Betriebserweiterung
  • Neuansiedlung
10 %   200.000 EUR
Wohnen – beihilferechtlich relevante Vorhaben mit Mietwohnungen
10 oder 15 %
200.000 EUR
Die maximalen Fördersätze können nur von kleinen Unternehmen (unter 50 Beschäftige und bis 10 Mio. EUR Umsatz) ausgeschöpft werden. Bei mittleren Unternehmen lässt das EU-Beihilferecht maximal einen Fördersatz von 10 % zu.
Kombination mit anderen Förderprogrammen

ELR-Zuschüsse können mit anderen Förderprogrammen kombiniert werden, jedoch nur unter bestimmten Bedingungen. Falls Sie verschiedene Förderprogramme zur Finanzierung Ihres Vorhabens nutzen wollen, nehmen Sie bitte frühzeitig Kontakt mit der L-Bank auf.

Beantragt das Unternehmen verschiedene Förderprogramme für die gleichen förderfähigen Ausgaben, ist Folgendes zu beachten:

Nicht möglich ist eine Kombination mit anderen Zuschüssen des Landes Baden-Württemberg oder mit zinsverbilligten Darlehen der L-Bank, die mit Mitteln aus dem Landeshaushalt verbilligt werden. Dazu gehören zum Beispiel die Programme Gründungsfinanzierung, Wachstumsfinanzierung oder Liquiditätskredit. Lassen sich jedoch getrennte Vorhaben mit eindeutig bestimmbaren unterschiedlichen förderfähigen Ausgaben definieren, kann jedes der Vorhaben mit einem anderen Förderprogramm gefördert werden.

Möglich ist dagegen eine Kombination mit:

  • Darlehensprogrammen der L-Bank, die keine Zinsverbilligungsmittel aus dem Landeshaushalt enthalten. Dazu gehören die Programme ELR-Kombi-Darlehen , Ressourceneffizienzfinanzierung ELR-Kombi oder Investitionsfinanzierung
  • Bürgschaften der Bürgschaftsbank und Beteiligungen der MBG Baden-Württemberg
  • Förderprogrammen des Bundes (zum Beispiel ERP-Mittel) oder der KfW (zum Beispiel KfW-Unternehmerkredit), sofern deren Förderbestimmungen eine Kombination mit anderen öffentlichen Mitteln erlauben

Auch wenn die Kombination von ELR-Zuschuss mit anderen Förderprogrammen grundsätzlich möglich ist, kann es aufgrund des EU-Beihilferechts zu erheblichen Einschränkungen kommen (siehe Merkblatt).

EU-Beihilferecht

ELR-Zuschüsse sind Beihilfen im Sinne der EU. Als beihilferechtliche Grundlage gilt seit 01.01.2015 die neue Allgemeine Gruppenfreistellungsverodnung (AGVO)  VO (EU) Nr. 651/2014. Es gelten entsprechende Einschränkungen für die Förderung (siehe Merkblatt). Beihilferechtlich relevante Vorhaben im Förderschwerpunkt Wohnen werden auf Basis der Allgemeinen De-minimis-Verordnung (VO(EU) Nr. 1407/2013) gefördert.

Antragstellung

Mehrstufiges Antragsverfahren

Im Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum durchlaufen die Anträge der Unternehmen ein zweistufiges Verfahren:

  • Einplanungsverfahren
    Die Unternehmen beantragen über ihre Gemeinde, den Landkreis und das Regierungspräsidium die Aufnahme des Vorhabens in das ELR-Programm beim Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz. Dafür müssen die geplanten Investitionen des Unternehmens Teil einer kommunalen Gesamtkonzeption sein. Dieser erste Teil des Antragsverfahrens nennt sich Einplanung.
    Wichtig: Antragsfrist beachten!
    Wird das Vorhaben in das ELR-Programm aufgenommen oder eingeplant, erhalten die Unternehmen ein Einplanungsschreiben von ihrer Gemeinde.
  • Antragstellung bei der L-Bank
    Nach Erhalt des Einplanungsschreibens kann das Unternehmen die ELR-Fördermittel bei der L-Bank beantragen.
Antragsweg für Antragstellung bei der L-Bank
  • Den ELR-Zuschuss können die Unternehmen nach der Einplanung direkt bei der L-Bank in Stuttgart beantragen.
  • Falls das Unternehmen den restlichen Finanzierungsbedarf über ein ELR-Kombi-Darlehen abdecken möchte, können Sie den ELR-Zuschuss zusammen mit dem Darlehen beantragen und den Antrag bei der Hausbank einreichen. Diese leitet den Antrag an die L-Bank weiter. Den Bescheid für den ELR-Zuschuss erhalten die Unternehmen aber direkt von der L-Bank, den Darlehensvertrag für das ELR-Kombi-Darlehen über die Hausbank.
Antragsunterlagen für Antrag bei der L-Bank
  • Antragsformular für Kreditprogramme des Landes und für das ELR-Programm (Vordruck Nr. 9078)
  • Werden Kaufpreise für Gewerbeimmobilien finanziert, ist zusätzlich ein Wertgutachten einzureichen.
  • Finanzierungsbestätigung der Hausbank (Vordruck Nr. 9078-3)
  • Vorhaben im Förderschwerpunkt Wohnen: De-Minimis-Erklärung (Vordruck Nr. 1332)

Alle Vordrucke stehen als ausfüllbare PDFs im Download-Bereich zur Verfügung.

Vorhabensbeginn erst nach Bewilligung durch die L-Bank

Die Unternehmen dürfen mit den Vorhaben erst beginnen, wenn ihnen der Zuschussbescheid der L-Bank vorliegt vorliegt. Erst danach dürfen die Unternehmen Kaufverträge abschließen oder Aufträge vergeben.

Bitte beachten Sie: Maßgeblich ist der Zeitpunkt, an dem Aufträge vergeben werden. So gilt zum Beispiel nicht der eigentliche Baubeginn („erster Spatenstich“) als Vorhabensbeginn, sondern die Vergabe an das Bauunternehmen, außer der Baubeginn wäre zeitlich vor der Vergabe.

Diese Regelung gilt seit dem Programmjahr 2010. Die frühere Regelung, dass das Unternehmen schon nach der Einplanung anfangen darf, wurde aufgehoben.

Download-Bereich

Downloads Antragsunterlagen und Merkblätter

Starten des Dowloads von Dokument De-minimis-Erklärung
De-minimis-Erklärung

Datum: 01.04.2016

De-minimis-Erklärung (L-Bank-Vordruck Nr. 1332) Sie ist in folgenden Programmen mit dem Förderantrag einzureichen: (1) Für bestimmte Vorhabens- oder Kostenarten in der (1a) Gründungsfinanzierung, (1b) Wachstumsfinanzierung, (1c) Ressourceneffizienzfinanzierung, (1d) Ressourceneffizienzfinanzierung-ELR-Kombi  (2) Startfinanzierung 80 (3) Investitionsfinanzierung (4) Agrar- und Ernährungswirtschaft – Betriebsmittel (5) Bürgschaftsprogramm: Finanzierung von Vereinsstätten (6) Weiterbildungsfinanzierung 4.0 (7) ab 01.09.2016 Innovationsfinanzierung (8) für ELR-Zuschüsse für private wohnwirtschaftliche Vorhaben zur Vermietung

Download starten (234KB) Starten des Dowloads von Dokument De-minimis-Erklärung